Konzept für die Kultur in Friedberg

Aufkleber zum Thema "Kultur in Friedberg" haben Claudia Egger und Max von Linden entwickelt. Foto: Stöbich


Kultur in der Stadt Friedberg ist ein weites Feld, das viele beackern. Die Bandbreite reicht vom Brauchtum der Trachtler bis zu hochkarätigen Konzerten. Nun hat sich die Stadt vorgenommen, planvoll vorzugehen und dabei auch die Bürger nach ihrer Meinung zu fragen. Ein Entwicklungskonzept soll aufzeigen, was bereits gut funktioniert und wo die Kulturschaffenden der Schuh drückt.

Schließlich sind die Interessen unterschiedlich, beispielsweise je nachdem, ob es um Kleinkunst oder um Großveranstaltungen geht. "Es gilt zu ergründen, wie die vielfältigen Potenziale von Kunst und Kultur neue Gestaltungsmöglichkeiten für die Gesellschaft eröffnen können", heißt es dazu auf der Internetseite der Stadt.

Zahlreiche Teilnehmer waren zur Auftaktveranstaltung gekommen, bei der Bürgermeister Roland Eichmann und Fachmann Bastian Lange erläuterten, worum es bei dem Konzept geht: "Wir wollen eine Bestandsaufnahme und uns Gedanken machen über Räume sowie Möglichkeiten der Förderung und Vernetzung." Dazu gibt es eine breit angelegte Erfassung von Laienspielgruppen, Musikkapellen und vielen anderen Künstlern.

Zum Wittelsbacher Schloss gibt es derzeit ganz unterschiedliche Erwartungen an Gestaltung, Nutzung und Entwicklung. Zwar entsteht ein großer Veranstaltungssaal für mehrere Hundert Personen, doch womit er sich füllen lässt, steht bisher nicht fest. Töpfermarkt und Altstadtfest, Friedberger Musiksommer und Nacht der Sterne, Kabarett in der Stadthalle und Kirchenkonzert in Sankt Jakob - Kultur hat viele unterschiedliche Gesichter und wird in Friedberg durch ein hohes Maß an bürgerschaftlichem Engagement getragen.

Eine weitere Stärke sind überregional ausstrahlende Festivals, doch Lange hat auch Schwachpunkte ausgemacht. So sind hochwertige Kulturangebote nur schwer für eine breite Bevölkerung zugänglich und gruppenübergreifende Formate selten. Jugendliche im innerstädtischen Bereich finden so gut wie keine kulturellen Raum- und Verweilangebote.

Die Stadt lässt sich kulturelle Veranstaltungen auch dieses Jahr einiges kosten: 25 000 Euro sind für den neunten Friedberger Skulpturenpfad vom 18. September bis 30. Oktober eingeplant; dazu wird es auch eine Ausstellung in der Archivgalerie geben. Außerdem in Planung sind eine Ausstellung im KunstWerk, Rathaus- und Jazz-Konzerte sowie der Poetry-Slam "Moet für den Poet" in der Mensa.

Eichmann hofft, dass möglichst viele Akteure bei der gemeinsamen Arbeit am Konzept untereinander neue Kontakte knüpfen; teilweise scheint es nämlich Gesprächsbedarf zu geben. Bei ersten Befragungen hatte sich gezeigt, dass Engagierte im Kulturbereich ihren Einsatz nicht ausreichend gewürdigt sehen. Nicht zuletzt spielt das Geld eine Rolle. Eine Entscheidung steht künftig an: Ob die Stadt Förderrichtlinien für die Kultur braucht? Ein Ziel des Entwicklungskonzept ist es außerdem, neue Angebote, Experimente und Varianten auszuloten.

Dabei will der Bürgermeister aber nichts überstürzen: Im Juni soll den Mitgliedern des Kulturausschusses erst einmal ein Zwischenbericht vorgelegt werden; bevor im kommenden Jahr ein fertiges Konzept vorliegen wird, gibt es noch etliche Diskussionsrunden mit den Kulturschaffenden und Bürgern. Daraus will die Stadt später Handlungsfelder für die Kulturpolitik und -förderung in Friedberg ableiten. (Peter Stöbich )
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