Millionen für die Sicherheit in Friedberg


Weit über fünf Millionen Euro wird die Sanierung der 4,4 Kilometer langen Gemeinde-Verbindungsstraße zwischen Friedberg und Derching kosten. Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses für eine ausufernde Debatte sorgte.

Außer um den grundsätzlichen Sinn von immer mehr Straßenausbauten und die deutsche Regelungswut ging es aber auch um konkrete Zahlen. Von denen war Claudia Eser-Schuberth (Grüne) schockiert, wie sie in der lebhaften Diskussion sagte: "Das ist für den Ausbau zu einer Rennstrecke wahnsinnig viel Geld." Sie stimmte im Ausschuss dann als Einzige gegen die vorläufige Planung und Kostenschätzung. Wenn die Sanierung konkret wird, können laut Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) die Kosten auch noch steigen, je nach naturschutzfachlichen oder wasserrechtlichen Vorgaben.

Weil der Landkreis der Stadt eine kaputte Straße überlassen habe, müsse dringend etwas unternommen werden, waren sich Eichmann und Thomas Kleist (CSU) einig. An erster Stelle stehe dabei die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, denn aufgrund der schlechten Entwässerung könne es im Winter gefährliche Eisplatten geben und auch die Kuppen seien unübersichtlich. Mit Flickwerk allein sei es da nicht mehr getan, betonte der Bürgermeister.

Zur Entscheidung standen zwei Ausbauvarianten, von denen eine aber rasch wieder verworfen wurde; denn die geschätzten 4,1 Millionen zuzüglich 60 000 Euro für Grunderwerb müsste allein die Stadt ohne Fördermittel stemmen. Bei dieser Lösung gäbe es keine Linksabbiegespuren und nur einen Meter breite Bankette. Für die favorisierte Variante hofft Friedberg auf Zuschüsse von 50 Prozent; trotzdem muss die Stadt noch 2,45 Millionen bezahlen sowie rund 200 000 Euro für einen Grunderwerb von 12 600 Quadratmetern. Dazu kommen die auf 500 000 Euro geschätzten Entsorgungskosten des teerhaltigen Asphalts, die aber im Gegensatz zu den Planungskosten förderfähig sind. Für dieses Geld soll die Gemeindeverbindungsstraße neun Meter breit werden (sechs Meter Fahrbahn plus zweimal 1,50 Meter Bankett), sie bekommt Linksabbiegespuren und Inseln als Fahrbahnteiler.

In den Baukosten von 4,9 Millionen sind auch "geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen" an den Ortseingängen von Wulfertshausen und bei Haberskirch enthalten. Außerdem wird in Wulfertshausen die Lücke im Fuß- und Radweg geschlossen. Unübersichtliche Kuppen sollen zur Sicherheit der Autofahrer umgestaltet werden. Um Zuschüsse zu bekommen, muss die auf dem gesamten Streckenabschnitt angeordnete und von der Regierung von Schwaben lediglich geduldete Tonnagebeschränkung aufgehoben werden.

Keine Rennstrecke

In der Diskussion sprach Wolfgang Rockelmann (Parteilos) von einem "großen Denkfehler": Nur damit in Zukunft schneller gefahren werden könne, greife man wieder einmal massiv in die Landschaft ein.

Um keine Rennstrecke zwischen Friedberg und Derching zu produzieren, will die Stadtverwaltung noch einmal mit dem Straßenbauamt über mögliche Zugeständnisse verhandeln; diese sollen aber nicht zu Lasten der Sicherheit gehen, waren sich die Ausschussmitglieder einig. (Peter Stöbich )
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