Mittagsbetreuung für Flüchtlingskinder

Eine gemeinsame Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung von deutschen Kindern und Flüchtlingskindern in Friedberg ist ein Ziel. Foto: Lütke-Wissing

Im kommenden Schuljahr wird es eine kostenlose und zentrale Mittagsbetreuung für Kinder von Asylbewerbern geben. Das haben die Mitglieder des Stadtrats einstimmig in der jüngsten Sitzung beschlossen.


An der Theresia-Gerhardinger-Grundschule besuchen insgesamt 15 Kinder von Asylbewerbern den Regelunterricht. Teilweise soll es dort Probleme mit der Einhaltung der Schulpflicht geben, außerdem sprachliche Schwierigkeiten. In Stätzling besuchen vier Kinder die Schule, die sehr bemüht seien, die Sprache zu lernen. An der Mittelschule Friedberg lernen 24 Kinder aus vielen unterschiedlichen Nationen. Der Wunsch nach Integration sei hoch, es gebe keine Anfeindungen. Die pädagogische Integration sei aber schwierig, da es kaum Lehrerstunden für zusätzliche Deutschstunden gebe. Auch fehlten die Kinder häufig, weil sie als Dolmetscher für ihre Eltern einspringen müssten. In der Grundschule Friedberg-Süd freuen sich alle über eine problemlose Integration und schnell wachsende Deutschkenntnisse.

Im aktuellen Schuljahr sind die Plätze in der Mittagsbetreuung der Stadt Friedberg fast ausgelastet. Aus diesem Grund will Friedberg tätig werden und eine kostenlose und zentrale Betreuung für Flüchtlingskinder anbieten. Die sollen haupt- und ehrenamtliche Betreuer stemmen. Schwerpunkt wäre die Hausaufgabenhilfe und Deutschförderung.

Friedberg geht davon aus, dass wegen der steigenden Zahlen von Asylbewerbern die Nachfrage nach einer Mittagsbetreuung steigen wird. Auch haben Erfahrungen gezeigt, dass die Kinder durch den Aufenthalt in der Mittagsbetreuung sehr schnell spielerisch die Sprache lernen, Freundschaften schließen und die am Vormittag gelernten Inhalte während der Hausaufgabenzeit vertiefen.

Peter Lütke-Wissing

Kinder anerkannter Asylbewerber oder geduldeter Flüchtlinge könnten so den nächsten Schritt der Integration gehen – auch wenn dieser Weg pädagogisch nicht sinnvoll scheint, nämlich deutsche Kinder und Kinder von Asylbewerbern zu trennen. Diese Lösung soll übergangsweise für ein Jahr gelten.

Da aber an allen Grundschulen offene Ganztagsklassen entstehen sollen, wird sich die Lage über kurz oder lang auch finanziell entspannen. Dann könnte auch eine gemeinsame Betreuung der Kinder an Schulen möglich werden.

Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung, Räume bereitzustellen und das nötige Personal einzustellen. Auch beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, eine Gebührenermäßigung für Kinder aus sozialschwachen Familien zu erarbeiten.
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