Neue Wohnungen werden teurer

Friedberg: Friedberg | Kostensteigerung stößt im Stadtrat auf Kritik

Peter Stöbich
Friedberg. Der Neubau von 67 städtischen Wohnungen samt Tiefgarage an der Afrastraße wird immer teurer: Einschließlich des Grundstücks liegen die Gesamtbaukosten jetzt bei knapp 20,5 Millionen Euro - eine Summe, die Claudia Eser-Schubert (Grüne) in der jüngsten Stadtratssitzung sauer aufstieß: "Wir bedauern diese Entwicklung", sagte sie, "weil wir uns immer mehr von dem entfernen, wo wir eigentlich hinwollten!" Die Grünen hätten öfters davor gewarnt, "dass an dieser Stelle ein solches Projekt kompliziert und teuer ist!"
Denn sowohl unter dem Gebäude als auch unter der Tiefgarage muss die Gründung mit Bohrpfählen erfolgen; für die Baugrube ist eine acht Meter tiefe Spundwand erforderlich, was zu geschätzten Mehrkosten in Höhe von einer Million führt. Aufgrund einer Empfehlung des Werkausschusses verzichten die Friedberger Stadtwerke auf die Errichtung einer Photovoltaikanlage; auch eine spätere Solarnutzung für die Gebäude ist nicht vorgesehen.
In der Diskussion plädierte Bürgermeister Roland Eichmann dafür, "dass wir den begonnenen Weg zu Ende gehen". SPD-Fraktionschef Roland Fuchs sprach von einem "Meilenstein für Friedberg" und auch Thomas Kleist signalisierte für die CSU Zustimmung zum Vorentwurf, während die Grünen dagegen stimmten.
Allein die 66 Tiefgaragenplätze werden rund 3,4 Millionen kosten. Zehn Prozent der Gesamtkosten bringt die Stadt an Eigenmitteln ein, das sind 2,04 Millionen, die Höhe der Zuschüsse liegt bei 6,1 Millionen. Für ein Darlehen der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt in Höhe von 12,2 Millionen wählt die Stadt eine 30-jährige Laufzeit mit einem Zinssatz von 0,99 Prozent. Damit sich das städtische Wohnbauprojekt an der Afrastraße trägt, muß eine durchschnittliche Miete von 8,32 Euro pro Quadratmeter erreicht werden.
Für das nördliche Baufeld schlagen die Fachleute vor, die beiden L-förmig angeordneten Häuser zu verbinden. Im südlichen Baufeld würde ein 60 Meter langer Riegel entstehen, wenn man die maximal zulässigen Geschossflächen ausschöpfen will. Die Erschließung der Sozialwohnungen soll über zentrale Treppenhäuser und Laubengänge erfolgen, pro Gebäude gibt es einen Aufzug.
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