Neujahrsempfang: Die Friedberger SPD versucht's mit Spaß

Die Friedberger SPD-Chefin Ulrike Sasse-Feile und Bürgermeister Roland Eichmann beim Neujahrsempfang. Foto: Alfred Haas


Das S im Parteinamen der Friedberger SPD könnte künftig für Spaß stehen. Mit Spaß und Selbstbewusstsein wollen die Sozialdemokraten die kommenden Aufgaben bewältigen. Das machte Vorsitzende Ulrike Sasse-Feile beim Neujahrsempfang am Sonntag deutlich. In Bezug auf die Bundestagswahl rief ihr Ottmaringer Kollege Stefan Kolberg die Genossen auf, "nicht aufzuhören, Politik zu vermitteln und verständlich zu machen". Zuversichtlich in die Zukunft blickten Fraktionsvorsitzender Roland Fuchs und Bürgermeister Roland Eichmann, der die Neujahrsansprache hielt.

Dass es ihr mit dem Spaß ernst ist, stellte Sasse-Feile gleich unter Beweis. Auf der Video-Leinwand eingeblendet durfte der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber verkünden: "Ich weiß, was es bedeutet, Mutter von drei kleinen Kindern zu sein." Aber auch andere prominente Politiker sorgten mit ihren Versprechern für Heiterkeit im Saal. Die Genossen zeigten Sinn für Gemeinsamkeit, die Ulrike Sasse-Feile zuvor eingefordert und beschworen hatte.

Von der Oma bis zum Enkel, die SPD-Familie kam zahlreich ins La Vie. Die Tochter vom stellvertretenden Landrat Peter Feile, freute sich "über weit mehr als 140 Anmeldungen". Zudem gaben sich amtierende und ehemalige CSU-Granden die Ehre. So waren beispielsweise Landrat Karl Metzger, sein Vorgänger Christian Knauer und der einstige Landtagsabgeordnete Reinhard Pachner unter den illustren Gästen zu finden.

Er werde sich kurz halten und wolle nicht in die Tiefen der Kommunalpolitik einsteigen, stellte Roland Fuchs gleich zu Beginn seiner Ausführungen klar. Damit wollte er wohl den sozialdemokratischen Frieden untereinander zumindest an diesem Tag nicht gefährden. Fuchs befasste sich mit dem Haushalt 2017, der ein entscheidendes Manko habe: "Die Wünsche übersteigen die Finanzierungsmöglichkeiten".

Wenn man alles umsetzen wolle, würde ein Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro nicht ausreichen. Schon unter Bürgermeister Peter Bergmair habe sich Friedberg zu einer "erfolgreichen und liebenswerten Stadt entwickelt", hob Fuchs hervor. Stadtrat und Partei sollen nicht getrennt agieren. "Die Friedberger wollen, dass wir uns gemeinsam um den Erfolg kümmern", postulierte Fuchs und erntete Applaus. Auf der Wunschliste für 2017 stehen sozialer Wohnbau, neuer Bauhof ohne weiterer Verzögerung, Parkdeck am Bahnhof und Neugestaltung der Bahnhofstraße. Das seien keine leichten Aufgaben. "Wir werden niemals einen Kompromiss finden, der allen Vorstellungen gerecht wird", ist Fuchs überzeugt. Und: Beim Prestige-Projekt Schloss werden noch manchen die Augen aufgehen, welche laufenden Kosten da auf uns zukommen. Von der Verwaltung und vom Bürgermeister wünscht sich Fuchs eine "klare Aussage, welche Projekte machbar sind, und welche nicht.

Bürgermeister Roland Eichmann ließ keine Zweifel aufkommen, dass sich Friedberg in den vergangenen Jahren gut geprägt habe. Vor allem sei man gut vorbereitet auf Unwägbarkeiten. Auf unerwartete Schwierigkeiten habe man schnelle und gute Lösungen gefunden. Als Beispiele nannte er die Asylbewerber. Man hätte Unterkünfte vorbereitet, um 1000 aufnehmen zu können, was aber nicht notwendig gewesen sei. Oder den Bombenfund in Derching. In diesem Zusammenhang sei er stolz auf die Bauhofmitarbeiter. In Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Polizei habe man die Bombe schneller weggebracht, als dies jede Spezialfirma hätte tun können. Damit man auch weiterhin auf solche unerwartete Ereignisse gut vorbereitet sei, "wollen wir auf den Katastrophenschutz noch einiges drauflegen", betonte Eichmann. Auch der Bürgermeister sprach sich für eine rasche Realisierung des neuen Bauhofes aus. Er machte aber auch kein Hehl daraus, dass die Kosten von ursprünglich acht Millionen mittlerweile bei 13 Millionen Euro angekommen sind. Der Umzug bedeutet ferner, dass eine Fläche von 10 000 Quadratmeter in bester Innenstadtlage zur Verfügung steht, die für den sozialen Wohnungsbau genutzt wird. Das Bild der Bahnhofstraße werde sich stark ändern. Bis zu fünfgeschossige Gebäude werden hochgezogen. Eichmann bedauerte es in diesem Zusammenhang ausdrücklich, das Thema Wohnungsbaugesellschaft im Stadtrat keine Mehrheit fand.

Ein dickes Lob sprach der Bürgermeister den Stadtwerken aus, die sich immer mehr zum Energiedienstleister entwickeln. Durch den Einstieg ins Wärmenetz würde man erheblich CO2-Ausstöße einsparen.

Zum viel diskutierten Ausbau der Ludwigstraße stellt das Stadtoberhaupt klare Bedingungen: Geschäftsleute und Wirte müssen mitmachen. Erst wenn sie Zustimmung signalisieren, werde es ein Thema, das sich lohne. Sehr zufrieden zeigte er sich über die Einführung der Ganztagsschule. "Bei der Kinderbetreuung haben wir ein enorm hohes Niveau." Zudem versprach Eichmann eine klare Linie beim Kulturförderprogramm, "da ist noch Luft nach oben" und eine Verbesserung der ÖPNV-Anbindung. Die Zusammenarbeit im Stadtrat mit der Verwaltung bezeichnete Eichmann als "gut, auch wenn es hin und wieder mal knirscht".

Allein auf ihre Fähigkeiten will sich die SPD 2017 nicht ganz verlassen. Kleine, rosarote Schweinchen, denen zudem noch ein vierblättriges Kleeblatt auf den Rücken gepresst ist, sollen Glücksbegleiter auf allen Wegen sein. Viele, sehr viele von den pausbäckigen Glücksbringern standen auf den Tischen herum. (Alfred Haas )
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