Schule geht besser – auch in Bayern

Von links nach rechts: Christian Gerold, Tamara Greber, Dominik Lichtenstern, Ulrike Sasse-Feile, Martin Güll, Simone Strohmayr, Bernd Bante, Thomas Schmid, Brigitte Dannhäuser-Lehmann (Foto: Thomas Schmid)
Friedberg: Gasthof Zur Linde |

Martin Güll (MdL) zu Gast in Friedberg.

„Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.“ So steht es in der Bayerischen Verfassung geschrieben. Martin Güll, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Kultus im Landtag, sieht dieser Zielbestimmung im Freistaat noch nicht Genüge getan. Stattdessen bestimmen Stress, Leistungsdruck, Versagensängste und unzählige Stunden des zusätzlichen Paukens den Alltag der Schüler. „Reinfressen, rauskotzen, vergessen“, heißt oftmals der inoffizielle Leitgedanke. „Es wird nur noch auf die nächste Ex oder Schulaufgabe gelernt, danach ist der Lernstoff sofort wieder weg. Das kann und darf nicht der Sinn des Unterrichts sein“, so Güll, der selbst über Jahrzehnte als Lehrer und Schulleiter tätig war.

Als Ausweg aus dem starren, durchstrukturierten Schulsystem schlägt Martin Güll das Modell einer Gemeinschaftsschule vor. „Lernen unter einem Dach mit Inhalten, die sich dem Potential der Schülerinnen und Schüler anpassen.“ Das ist seine Idealvorstellung von einer flexiblen Schullandschaft. Chancengleichheit, mehr Gerechtigkeit und die Eröffnung individueller Möglichkeiten stehen dabei im Fokus.

Zahlreiche Unterstützung für seine Ideen erhält Güll dabei aus den Reihen der Zuschauer. „Schüler weinen heute, wenn sie eine 3 bekommen. Der Druck auf sie, ihre Eltern und auch die Lehrer ist heute zu hoch“, meint etwa Albin Dannhäuser, der als ehemaliger Präsident des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV) ebenfalls langjährige Erfahrungen im Schuldienst vorweisen kann. „Ich wünsche mir mehr Platz, um auch mal Fehler machen zu dürfen“, meint ein anderer Besucher.

Jede zweite Übertrittsentscheidung nach der Grundschule ist nachweislich falsch und auch die Zahl von ca. 30% Studienabbrechern spricht für sich. „Bildung kann man nur gemeinsam verändern“, meint Martin Güll und fordert von der Bayerischen Staatsregierung die Erlaubnis, Modellversuche durchzuführen. „So könnten wir endlich aufzeigen, dass es funktioniert.“
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