Stadtrat: Friedberger Bürgermeister streitet mit Stadträtin Marion Brülls

Bürgermeister Roland Eichmann geriet wieder einmal mit Stadträtin Marion Brülls aneinander. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Mit einer heftigen Kontroverse begann die jüngste Sitzung des Friedberger Stadtrats. Denn Marion Brülls (Grüne) beantragte, den Punkt "Neue Tiefgarage beim Wittelsbacher Schloss" vom geheimen in den öffentlichen Teil der Tagesordnung zu holen und sagte, es gebe überhaupt keinen Grund, das bereits bekannte Thema hinter verschlossenen Türen zu diskutieren.
Daraufhin sprach Bürgermeister Roland Eichmann sichtlich verärgert von einer Unverschämtheit und drohte Brülls die Verhängung eines Ordnungsgeldes an. Die Stadträtin will nun eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. "Schließlich ist das Gremium kein undemokratisches Kaffeekränzchen!" Alle Bürger hätten ein Recht zu erfahren, was die Stadtverwaltung vorhabe, zumal wenn es um ein Projekt in der Größenordnung von mehreren Millionen gehe.
Aufgrund eines Mehrheitsbeschlusses wurde dann doch im nichtöffentlichen Teil diskutiert, ohne dass es Beschlüsse zur geplanten Garage auf dem Trinkl-Anwesen an der Burgwallstraße gab. Eichmann ist vom Nutzen überzeugt: Beim Schloss könnten bis zu 200 Stellplätze auf vier Stockwerken entstehen. Damit überträfe sie die beiden bestehenden Garagen unter der Ludwig- und an der Bauernbräustraße.
Wenn sie bis zur Landesausstellung im Jahr 2020 zur Verfügung stehen soll, müsste die Stadt umgehend mit der Planung beginnen. Das 1700 Quadratmeter große Grundstück an der Burgwallstraße gehört der Stadt. Die Fläche war zuvor Sitz der Getränkefirma Trinkl, die sich in den 90er Jahren mit einem Neubau im Derchinger Gewerbegebiet übernommen hatte und Pleite gegangen war.
Mit einem Aufzug in der Garage ließe sich ein barrierefreier Zugang vom Parkplatz an der B 300 hinauf zur Burgwallstraße schaffen. Die Parkebenen würden dann mit der Oberfläche abschließen, sodass das Grundstück selbst bebaut werden könnte. Laut Eichmann gab es bereits Gespräche mit dem Eigentümer des Hanggrundstücks zur B 300 hin, das als Zufahrt zur Garage gebraucht würde. Und auch mit der Regierung von Schwaben wurde ein Zuschuss durch die Städtebauförderung erörtert.
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