Stadtrat setzt Prioritäten

Wichtige Ziele für die Stadt Friedberg haben die Räte in einer Prioritätenliste zusammengefasst. Foto: Stöbich


Bei einer mehrstündigen Klausurtagung haben die Mitglieder des Friedberger Stadtrates versucht, für den Zeitraum bis 2027 Prioritäten ihrer Arbeit festzulegen. Weil Kommunalpolitik aber nichts Statisches ist, wie Claudia Eser-Schuberth von den Grünen feststellte, handelt es sich oft nur um reine Absichtserklärungen; in einigen Jahren könne auch Unvorhersehbares passieren, auf das die Stadt keinen Einfluss habe, sagte sie in der lebhaften Diskussion.

Mit wichtigen Zielen für die Stadtentwicklung hatte sich das Ratsgremium bereits vergangenes Jahr bei einer zweitägigen Klausur beschäftigt; diese Liste ist laut Bürgermeister Roland Eichmann mittlerweile aber nicht mehr aktuell und soll deshalb fortgeschrieben werden. Auf dem Wunschzettel der Fraktionen stehen zahlreiche Investitionen; inwieweit diese sich verwirklichen lassen, wird vom finanziellen Spielraum der kommenden Jahre abhängen. Für die Schaffung eines neuen Bauhofs gebe es noch keine Kostensicherheit, sagte Eichmann; das auf mindestens zehn Millionen Euro geschätzte Vorhaben wurde deshalb von der Prioritätenliste genommen.

Sowohl Thomas Kleist (CSU) als auch Eser-Schuberth lag ein Nutzungs- und Sanierungskonzept für die städtischen Immobilien am Herzen. Wolfgang Rockelmann (parteilos) nannte den Wohnungsbau als eine der Hauptaufgaben in den nächsten Jahren; über eine Ausweisung weiterer Gewerbegebiete wollte er noch grundlegend diskutieren. In diesem Zusammenhang gehe es auch um die Neugestaltung des Flächennutzungsplans, sagte Roland Fuchs (SPD); seiner Ansicht nach habe Friedberg den Wohnungsbau relativ stark vernachlässigt.

Außerdem in der Planung sind unter anderem Konzepte zu den Themen Inklusion, Kultur und Tourismus sowie für ein Stadtbussystem.

Für die wichtigen Zielsetzungen interessierten sich die Friedberger Bürger nicht: Nur eine einzige Zuhörerin verfolgte am Wochenende die Klausursitzung. Am 2. Juli wollen sich die Ratsmitglieder erneut mit der Prioritätenliste beschäftigen. (Peter Stöbich )
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