Trotz gestiegener Kosten: Südufer-Festival am Friedberger See findet 2018 wieder statt

Besondere Atmosphäre: Der Sonnenuntergang über dem Friedberger See lud zum gemütlichen Sitzen am Ufer ein.
 
Ausgelassen tanzen: Die Besucher genossen die Auftritte der 25 Bands und DJs.
Friedberg: Friedberger Baggersee |

Die Sonne am See genießen, gemütlich im Sonnenuntergang zusammensitzen, zu Ska oder Folk-Pop tanzen - so ist das Südufer-Festival am Friedberger See vielen in Erinnerung geblieben. Auch die Stadt hat nach dem Festival ein begeistertes Fazit gezogen. So soll es 2018 trotz deutlich höherer Kosten als erwartet eine Neuauflage geben.

Rund 2500 Besucher hatten im Juli der Musik der 25 Bands und DJs gelauscht und die Atmosphäre am See genossen. "Baden, tanzen und chillen bei Traumwetter", fasste Frank Büschel, Pressesprecher der Stadt Friedberg, die Veranstaltung kurz darauf zusammen. Die Sicherheitskräfte und die Polizei zogen ebenfalls eine positive Bilanz. Und auch der Jugendclub sowie der Jugendrat, die sich an der Organisation und Durchführung des Festivals rege beteiligt hatten, sind sich einig, dass eine Neuauflage im kommenden Jahr wünschenswert wäre.

"Die Motivation der Jugendlichen, sich ehrenamtlich für eine Jugendveranstaltung einzusetzen und einzubringen, sollte aus Sicht der Jugendpflege weiter unterstützt werden, denn nur so kann ein Veranstaltungsformat entstehen, welches von der Jugend für die Jugend in der Stadt getragen und weiterentwickelt werden kann", sagte nun Jugendpflegerin Linda Greiter.

Ähnlich sieht das auch der Friedberger Kulturausschuss und hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit nur einer Gegenstimme für eine Neuauflage 2018 ausgesprochen. Kritisch sehen die Stadträte einzig die Kosten. Für das Jahr 2017 belaufen sich die Ausgaben auf 163 000 Euro, die Einnahmen auf nur 75 000 Euro. Das macht ein Defizit von 88 000 Euro.

Dieses sei einerseits durch höhere Kosten für Ausstattung wie Licht, Ton und Bauzäune, zum anderen für das Personal entstanden, erläuterte Büschel. So gab es etwa deutlich höhere Sicherheitsauflagen als gedacht, denn kurz vor dem Festival war ein junger Mann im See ertrunken. Außerdem waren Kosten für Notstromaggregate, einen Shuttlebus in die Stadtteile, ein Recap-Video zur Gewinnung von Sponsoren und einen externen Elektriker zunächst nicht einkalkuliert worden.

Für das kommende Jahr sollen die Kosten auf 150 000 Euro herunter gedrückt werden. Die Hälfte davon soll durch die Einnahmen gedeckt sein. Um diese zu steigern ist geplant, die Eintrittspreise zu erhöhen, die 2017 bei 10 Euro für eine Tageskarte lagen. Zudem sollen durch mehr Werbung, auch in Augsburg, mehr Besucher angelockt werden. Auch auf die Shuttle-Busse wird möglicherweise verzichtet, da diese deutlich weniger als gedacht genutzt worden wären. Gleichzeitig würde etwa der Bauhof 2018 bereits routinierter arbeiten und dessen Leistungen damit um rund ein Drittel reduziert werden. Auch Einmalkosten wie für die Anschaffung der Seebühne fallen bei einer Neuauflage weg.

Die Stadträte sahen die Kosten quer durch die Parteien als schwierig an, stimmten einem erneuten Südufer-Festival aber dennoch mehrheitlich zu. Einzig Marion Brülls (Grüne) sähe das Geld, das nun im Haushalt für das zweitägige Festival vorgesehen wird, lieber in ein ganzjährig geöffnetes Jugendzentrum investiert. (Von Kristin Deibl)
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