Vielfältige Hilfe für Flüchtlinge in Friedberg

Zur Beratung der zahlreichen Flüchtlinge hat die Stadt Friedberg eine weitere Teilzeitstelle geschaffen. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg |

Für die meisten Medien sind Asylbewerber kein grosses Thema mehr, für die Stadt Friedberg dagegen schon. Denn die Flüchtlinge brauchen Sprachkenntnisse, Arbeitsstellen und bezahlbaren Wohnraum. Ende September bekommt die seit 14 Monaten tätige Integrationsbeauftragte Ulrike Proeller Unterstützung durch eine junge Kollegin, die 20 Wochenstunden in der Beratung tätig sein wird. Das kündigte Bürgermeister Roland Eichmann in der jüngsten Sitzung des Beirates für Integration und Flüchtlingswesen an.

Wie es ab Mitte nächsten Jahres weitergehen soll, wenn Proellers befristeter Vertrag ausläuft, muss der Friedberger Stadtrat rechtzeitig entscheiden; denn wie die Situation sich entwickeln 2017 könnte, sei völlig unvorhersehbar, so Eichmann. Einschließlich der bereits anerkannten Asylbewerber leben derzeit knapp 400 Menschen aus Senegal, Syrien, Afghanistan, Mali oder dem Irak in den Friedberger Unterkünften; darunter sind 142 Kinder und Jugendliche.
Um sie zu integrieren, sind vielfältige Hilfen notwendig und auch geplant. Unter anderem soll es mit einem Dolmetscher Stadtführungen in arabischer Sprache geben; die Volkshochschule will im Oktober einen Integrationskurs mit Kinderbetreuung in Friedberg organisierten. Außerdem soll es sogenannte Sprachpaten geben.
Marina Lovric, die Freiwilligen-Koordinatorin des Landkreises, stellte im Ausschuss das Projekt für Grund- und Mittelschulen vor. Ehrenamtliche Helfer sollen Kinder und Jugendliche, die erst seit kurzem in Deutschland sind, einmal in der Woche an die Schule begleiten und mit ihnen auf spielerische Weise üben. Schulungstermine für diese Sprachpaten gibt es am 4. und 11. Oktober jeweils von 18 bis 20 Uhr in Friedberg, Interessenten können sich unter der Telefonnummer 08251 / 204 2014 melden.
Besonders kritisch ist nach wie vor die Lage auf dem Wohnmarkt: Eine erschwingliche Bleibe zu finden, ist für viele Flüchtlinge sehr schwierig, so dass sie trotz ihrer Anerkennung oft weiter in den Heimen bleiben müssen und dort eigentlich als Fehlbeleger gelten. "Die Suche nach etwas Günstigem gestaltet sich sehr schwierig", weiß Simone Losinger, Leiterin der Ausländerbehörde am Landratsamt.
Das Problem sind nicht nur Vermieter, die Vorbehalte gegenüber Asylbewerbern haben, sondern vor allem auch die wirtschaftlichen Ziele derer, die Wohnraum anbieten, so Landrat Klaus Metzger: „Es ist ein freier Markt, auf dem jeder versucht, wirtschaftlich zu sein.“ Wegen des Wohnungsmangels im Landkreis steigen die Mieten, die sich viele Flüchtlinge nicht leisten können - vor allem, wenn sie keine Arbeit haben und vom Jobcenter mit Hartz IV unterstützt werden.
Nicht nur die Kosten sind ein Problem, sagt Losinger, sondern auch die Sprachbarriere bedeute für viele ein Hindernis bei der Wohnungssuche. Außerdem hätten viele keinen Zugang zu Wohnungsanzeigen, da die meisten Unterkünfte über Zeitungsinserate, das Internet oder Bekannte publik gemacht werden.
Aufgrund des grossen Erfolges mit zahlreichen Besuchern soll das internationale Friedberger Freundschaftsfest Mitte kommnenden Jahr wiederholt werden. Außerdem ist geplant, den vielen ehrenamtlichen Helfern im Rahmen einer eigenen Veranstaltung für ihren unermüdlichen Einsatz zu danken.
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