Vorfreude auf's Jubiläumsfest

Bei der Friedberger Zeit geht es von den Gewändern bis zu den Speisen historisch korrekt zu. Foto: Stöbich

Peter Stöbich

Mit einer Ausstellung und einem Barock-Feuerwerk wollen die Friedberger das zehnte Altstadtfest und sich selbst feiern. Das große Programm vom 8. bis 17. Juli stellte Organisationschef Frank Büschel den Mitgliedern des Kulturausschusses in ihrer jüngsten Sitzung vor. "Fast alle bleiben dabei", freute er sich über die Teilnahme zahlreicher Gastronomen, Handwerker, Musiker und sonstigen Mitwirkenden.

Vor dem Jubiläum meldet die historische Stoffstube, die jetzt in der Schmiedgasse 20 nahe der Schule Eisenberg ist, Rekordzahlen: Offensichtlich kleiden sich heuer viele Bürger für die Zeit zwischen 1680 und 1780 ganz neu ein.

Schon jetzt hat das Vorbereitungs-Team alle Hände voll zu tun: Die öffentliche Sicherheit spielt bei der Planung eine wichtige Rolle; dabei geht es unter anderem um Brandschutz und Rettungswege, die Standplätze von Taxis und Toiletten, die Abfallentsorgung und Notfallpläne. Das Sicherheitspersonal werde dieses Jahr aufgestockt, kündigte Büschel an.

Während des Altstadtfestes muss der Wochenmarkt wieder auf den Volksfestplatz umziehen. Zum Jubiläum wird es in der Sparkasse eine große Ausstellung mit Fotos und Exponaten geben. Außerdem eine CD mit Liedern der mitwirkenden Musikgruppen. Sie brauchen ein sogenanntes Tanzmusikpatent, "denn wildes Musizieren auf der Straße ist verboten", so Büschel.

Keyboards oder elektrische Gitarren wird es während der Friedberger Zeit ebenso wenig geben wie Donuts oder Popcorn, denn alles soll möglichst historisch korrekt ablaufen. Das gilt für die Gewänder ebenso wie für die Cordonisten und Nachtwächter, die Bäcker, Bildhauer, Drechsler, Holzschnitzer, Papierschöpfer und Zinngießer. Erstmals werden auch Bogenschützen mit dabei sein, kündigte Büschel im Kulturausschuss an. Und vor einer imposanten Bühnenkulisse am Eisenberg soll es ein lebendes Uhrentheater geben.

Seit 1989 feiern die Bürger alle drei Jahre gemeinsam mit Gästen aus nah und fern das Altstadtfest. Damit erinnern sie an die Blütezeit der einstigen Uhrmacherstadt von 1680 bis 1780. Der Tageseintritt in die Festzone kostet heuer fünf Euro, historisch gekleidete Bürger im Gewand der "Friedberger Zeit" bezahlen nichts. Auf dem Titelblatt einer Broschüre für historische Kinder- und Heimatfeste in Süddeutschland werben Tina Mersch vom fahrenden Volk und Stadtwachen-Kommandant Tobias Buchwieser für dieses und weitere Feste. Das in einer Auflage von 55 000 Exemplaren erschienene Heft wird über die 42 Mitgliederorganisationen weit in Süddeutschland verbreitet. Die Broschüre liegt unter anderem bei der Stadt Friedberg im Rathaus aus.

Kaum ist das Altstadtfest vorbei, steht die nächste Feier auf dem Programm: Eine Friedberger Delegation wird vom 12. bis 15. August in die Schwesterstadt Friedberg in der Steiermark reisen, um das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zu begehen. Weil das ein recht ungünstiger Termin mitten in den Ferien sei, so Bürgermeister Roland Eichmann, wolle man nächstes Jahr auch im bayerischen Friedberg feiern. Geplant sind im August in Österreich unter anderem eine Gewerbeschau und Gottesdienst, Live-Konzerte, Frühschoppen und Ehrungen.
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