Wer bezahlt den neuen Manager in Friedberg?

Wie für die Friedberger Innenstadt ein City-Manager finanziert werden kann, ist noch nicht klar. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Für die Geschäftsleute in der Friedberger Innenstadt steht im neuen Jahr eine wichtige Entscheidung an: Wollen sie eine Stelle für das sogenannte City-Management mitfinanzieren? Grundsätzlich sind Verkehrsverein und Aktivring offen dafür, weisen aber auch auf ihre beschränkten finanziellen Möglichkeiten hin.
Über Nutzen und Kosten eines professionellen Fachmanns hatten die Mitglieder des Verkehrsvereins bereits vor eineinhalb Jahren diskutiert. Der Stadtrat hat kürzlich die Verwaltung beauftragt, mit interessierten Unternehmen die Rahmenbedingungen für eine GmbH-Gründung abzustecken.
In dieser Gesellschaft sollen einem Vorschlag von Bürgermeister Roland Eichmann zufolge Stadtmarketing, Quartiersmanagement und Wirtschaftsförderung gebündelt werden. Eine "eierlegende Wollmilchsau", so meint Claudia Eser-Schuberth (Grüne), die das Ganze für nicht ausgegoren hält. Weil der städtische Wirtschaftsbeauftragte Anfang 2018 in Ruhestand gehen wird, könnte diese Stelle aus der Verwaltung ausgegliedert werden.
Während es für das Quartiersmanagement einen Personalkostenzuschuss aus der Städtebauförderung gibt, will Friedberg für das Stadtmarketing eine Ko-Finanzierung durch Handel, Handwerk, Dienstleistung und Gastronomie. Die Firmen in der Kernstadt fürchten zwar die Konkurrenz durch das neue Fachmarktzentrum Unterm Berg, doch der zur Verfügung stehende Etat für einen hilfreichen Experten mit Ideen und Power ist begrenzt.
Nach den Vorstellungen der Stadt soll die Geschäftswelt zwischen 30.000 und 40.000 Euro als Personalkostenanteil beisteuern - ein Betrag, der sich laut Daniel Götz, Präsident des Verkehrsvereins, nicht so einfach aufbnringen lassen wird. Denn zwei Drittel der Mitglieder im Aktivring kommen gar nicht aus der Innenstadt kommen und profitieren nicht direkt von einem City-Management. Man wolle das Ganze aber positiv begleiten, so Götz.
Als Lobbyist des Einzelhandels, so die Pläne in Friedberg, soll ein Fachmann künftig werbliche Aktivitäten koordinieren und sich auch um die Vermarktung leer stehender Gewerbeimmobilien kümmern. In diesem Zusammenhang erinnert Götz daran, dass sowohl die Arbeit im Verkehrsverein als auch dessen 100-prozentiger Tochter, dem Aktivring, auf ehrenamtlichem Einsatz beruhen.
Entsprechend niedrig ist der Etat, der für einen professionellen "Kümmerer" zur Verfügung steht. Außerdem muss die Förderfähigkeit des neuen Konzepts erst noch mit der Regierung von Schwaben geklärt werden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.