Wo die Friedberger Bürger der Schuh drückt

Stadtoberhaupt Roland Eichmann informierte die Bürger in Derching. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Eine breite Themenvielfalt kam bei der Bürgerversammlung für die nördlichen Stadtteile zur Sprache. In die Derchinger Schulturnhalle waren rund hundert Zuhörer gekommen, denen Bürgermeister Roland Eichmann das Wichtigste aus den Referaten im Friedberger Rathaus berichtete. Von der Einführung offener Ganztagsklassen und die Ausweisung von Baugebieten reichte die Themenpalette bis zur Klärwerks-Ertüchtigung. Auch auf die Absage des Stadtrats an die Firma Sunstar, die sich im Gewerbegebiet ansiedeln wollte, ging Eichmann in seinem 45-minütigen Bericht kurz ein.
Bei der Versammlung war auch Kritik an der Stadtverwaltung zu hören, unter anderem wegen des fast fünf Millionen teuren Ausbaus der alten AIC 25. Die Bürger erinnerten daran, wie andere Straßen wie die Radegundisstraße von Wulfertshausen nach Stätzling schon jetzt zur Rennstrecke geworden seien.
Für die favorisierte Variante hofft Friedberg auf Zuschüsse von 50 Prozent; trotzdem muss die Stadt noch 2,45 Millionen bezahlen sowie rund 200.000 Euro für einen Grunderwerb von 12.600 Quadratmetern. Dazu kommen die auf 500.000 Euro geschätzten Entsorgungskosten des teerhaltigen Asphalts, die aber im Gegensatz zu den Planungskosten förderfähig sind. Für dieses Geld soll die Gemeindeverbindungsstraße neun Meter breit werden (sechs Meter Fahrbahn plus zweimal 1,50 Meter Bankett), sie bekommt Linksabbiegespuren und Inseln als Fahrbahnteiler.
Um Zuschüsse zu bekommen, muss die auf dem gesamten Streckenabschnitt angeordnete und von der Regierung von Schwaben lediglich geduldete Tonnagebeschränkung aufgehoben werden. In den Baukosten von 4,9 Millionen sind auch geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen an den Ortseingängen von Wulfertshausen und bei Haberskirch enthalten. Außerdem wird in Wulfertshausen die Lücke im Fuß- und Radweg geschlossen. Unübersichtliche Kuppen sollen zur Sicherheit der Autofahrer umgestaltet werden.
Eine erfreuliche Nachricht des Stadtoberhaupts: Die Telekom wird in Haberskirch keinen Mobilfunkmasten errichten. Dieses Vorhaben hatten Anwohner aus Angst vor der Strahlenbelastung heftig kritisiert. Dass der 45 Meter hohe Gittermast nun doch nicht kommt, ist der Fusion zweier Mobilfunkbetreiber zu verdanken. Sowohl E-Plus als auch Telefónica O2 hatten für ihr Netz eine Antenne auf dem Wasserturm gemietet. Weil die beiden Konzerne ihr Netz zusammengelegt haben, wird eine Antenne frei, die künftig die Telekom nutzt. Dadurch verbessert sich die Netzabdeckung für Telekom-Kunden. Obwohl kein neuer Mast gebaut wird, erhöht sich die Strahlenbelastung wegen des leistungsstärkeren LTE-Netzes. Eichmann stellte zumindest ein „optisches Plus“ fest.
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