Handball: TSV Friedberg erreicht Finale

Die erste Mannschaft des TSV Friedberg hat beim Pokalturnier in Günzburg das Finale erreicht, unterlag dort aber dem TSV Haunstetten. Damit kommt der Augsburger Bayernligist eine Runde weiter. Friedberg besiegte zunächst den Landesligisten aus Niederraunau mit 34:29 (16:15). Gegen Haunstetten starteten die Handballer gut, machten aber später zu wenig aus ihren Chancen und verloren noch deutlich mit 22:31 (9:13). Der Turniersieger hatte zuvor im ersten Halbfinale den Landesliga - Aufsteiger aus Günzburg locker mit 27:40 bezwungen.

Beinahe in Bestbesetzung konnte Friedberg auflaufen, nur Thomas Wagenpfeil und Alex Schneider mussten verletzt passen. Im Halbfinale gegen Niederraunau tat sich der TSV jedoch lange schwer. Die offensive 3-2-1- Abwehr funktionierte nicht wie gewünscht, Trainer Manuel Vilchez - Moreno stellte schon bald wieder auf die bewährte 6-0-Formation zurück. Aber auch mit diesem System konnte Friedberg defensiv nicht überzeugen. Die Mannschaft arbeitete nicht gut zusammen, Niederraunau konnte zu viele einfache Treffer über den Rückraum und den Kreis erzielen. Vorne lief es dafür bei den Herzogstädtern, vor allem die engagierten Peter Haggenmüller und Lukas Aigner konnten die Abwehrschwächen mit schönen Toren ausgleichen.

Friedberg war im ersten Durchgang nie mit mehr als einem Tor in Front. Als nach einer Viertelstunde der Ball einmal mehrere Angriffe hintereinander nicht ins Tor wollte, führe Niederraunau gar mit 10:12. VIlchez - Moreno nahm sofort eine Auszeit, seine Mannschaft steigerte sich jetzt etwas. Der Lohn war der Ausgleich, mit dem letzten Angriff vor der Pause ging der TSV dann mit 16:15 in Führung. Die doch arg löchrige Abwehr konnte nicht zufriedenstellen, Niederraunau war daher ebenbürtig.
Nach dem Seitenwechsel zog der TSV etwas an, kam aber zunächst nie weiter weg als mit zwei Toren. Und weiterhin ließ der Bayernligist seinen klassentieferen Gegner immer wieder zurück in die Partie. Nach 40 Minuten waren die Herzogstädter mit 22:20 vorne, zwei vergebene freie Würfe vom Kreis brachten Niederraunau jedoch erneut den Ausgleich.Bis zum 26:26 gut zehn Minuten vor dem Ende sollte es eine offene Angelegenheit bleiben, dann nutzte Lukas Aigner seine ganze Erfahrung, um auf 29:26 zu stellen, die erste etwas deutliche Friedberger Führung. Dank des guten Tempospiels um Felix Augner geriet diese bis zum Ende nicht mehr in Gefahr, der TSV steigerte sich im letzten Drittel der Begegnung außerdem defensiv etwas. Der 34:29 (16:15) Sieg bedeutete den Einzug ins Finale des Pokalturniers um den Molten - Cup.

Trainer Vilchez - Moreno sah noch Verbesserungsbedarf: "Die Abwehr hat gegen Raunau nicht so gut funktioniert. Wir müssen hinten besser stehen und konzentrierter zusammenarbeiten. Lange war es ein offenes Spiel, wir hatten zwar leichte Vorteile, konnten uns aber erst ganz am Ende absetzen. Darum war das ein klarer Arbeitssieg."

TSV: V. Petersdorff (1.-14.); Eberle (14.-60.); G. Schwarz; Augner (7); Jahn (2/2); Okyere; Knittl; Haggenmüller (8); S. Schwarz (2); Schnitzlein (2); Abstreiter (4); Aigner (4); Grobe (3); Thiel (2).

Das Finale gegen Haunstetten begann mit einem starken TSV, Friedberg führte nach neun Minuten mit 5:2. Fabian Abstreiter kam gut in die Partie hinein, er erzielte fast alle dieser frühen Tore. Die Augsburger stellten dann aber bald auf eine offensivere Deckungsformation um, damit kam Friedberg viel schlechter zurecht. Die Herzogstädter wurden nun viel früher gestört,.in den nächsten neun Minuten schafften sie keinen Treffer und mussten ihren Vorsprung abgeben. Erst nach 18 MInuten erzielte Abstreiter das nächste Tor, es war der 6:6 Ausgleich.
Mittlerweile hatte Haunstetten aber das Kommando übernommen. Die Friedberger verteidigten besser als im ersten Spiel, waren aber vorne bei Weitem nicht so effektiv wie im ersten Spiel. Die Haunstetter, auf welche die Herzogstädter auch in der Bayernliga treffen werden, legten das Offensivspiel ihrer Gegner relativ effizient lahm. Nur Abstreiter und Peter Haggenmüller konnten mit Einzelaktionen zu einfachen Toren aus der Distanz kommen. Nach dem 7:7 in der 20. Minute zog Haunstetten bis zur Pause auf 9:13 davon. Friedberg vergab mehrfach sehr gute Gelegenheiten, war aber in der Abwehr insgesamt gut sortiert.

Die Offensivschwäche blieb im zweiten Durchgang. Näher als auf vier Tore sollte Friedberg seinem Konkurrenten nicht mehr kommen. Bis auf gelegentliche Konter und einige schöne Distanzwürfe von Fabian Abstreiter schaffte Friedberg kaum erfolgrecihe Abschlüsse. Mitte der zweiten Halbzeit nahm der TSV beim Stand von 14:19 noch eine Auszeit. Danach stieg aber die Anzahl der technischen Fehler stark an, Haunstetten kam in den nächsten fünf Minuten auf 15:23 weg. Das war die Vorentscheidung.

Bis zum Ende versuchte Friedberg alles, um den Rückstand zumindest noch in Grenzen zu halten, aber die zu schlechte Torquote machte den Herzogstädtern einen Strich durch die Rechnung. Haunstetten setzte sich schließlich relativ ungefährdet mit 22:31 (9:13) durch, die Augsburger ziehen dadurch in die nächste Pokalrunde ein. Friedberg ist dagegen ausgeschieden.

Mit der zweiten Partie war der spanische Coach gar nicht zufrieden: "Wir haben gut begonnen, unsere Abwehr war super und wir waren in Führung. Die Jungs haben viel richtig gemacht, aber als Haunstetten offensiver verteidigt hat, bekamen wir Probleme. Vorne lief dann nicht mehr viel zusammen. Es ist wichtig, dass wir aus unseren Fehlern lernen. Wir werden die Niederlage als Ansporn benutzen, im Training noch härter zu arbeiten."

V. Petersdorff (1.-34); Eberle (54.-60.); G. Schwarz (34.-54.); Aigner (1); Haggenmüller (4); Abstreiter (9/6); Schnitzlein (1); Okyere (1); Jahn (2/2); Augner (2); Knittl (2); Grobe; Thiel.


Domenico Giannino (gia)
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