Alle Gefangenen ziehen nach Gablingen um

Der komplette Umzug der Justizvollzugsanstalt von Augsburg nach Gablingen ist eine Frage der Zeit. Die Debatte über die Größe des Gefängnisses stört den Gablinger Bürgermeister, denn dadurch "werden Ängste geschürt".

Die Debatte darüber, ob das neue Gablinger Gefängnis nun größer werden soll, ist für Karl Hörmann schlicht "Unsinn". Der Bürgermeister von Gablingen klingt verärgert, als er auf den Vorstoß von Anstaltsbeirat und SPD-Politiker Harald Güller angesprochen wird. Freigänger und Jugendarrest seien von Anfang an in die Planungen der Gablinger Justizvollzugsanstalt miteinbezogen gewesen. Dass dies nun so dargestellt werde, als sei das alles neu "hat mich gestört, denn dadurch werden Ängste geschürt", kritisiert Hörmann. "Das war alles bereits so geplant." Nichts werde größer.

Der stellvertretende Vorsitzende des Anstaltsbeirats, Harald Güller, hatte vergangene Woche medienwirksam gefordert, den offenen Vollzug und den Jugendarrest so früh wie möglich von Augsburg nach Gablingen zu verlagern. Die entsprechenden Gefängnisbereiche waren in den ursprünglichen Planungen allerdings bereits vorgesehen, wurden aus Kostengründen dann jedoch zunächst gestrichen. Langfristig sei die JVA in Gablingen, deren Bau im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll und in die im Sommer 2015 die ersten Häftlinge einziehen sollen, allerdings immer als künftiger Ort für den offenen Vollzug und den Jugendarrest geplant gewesen, so Hörmann.

Harald Güller möchte Provisorium vermeiden
Die Vorgeschichte der JVA Gablingen ist lang. Rund 18 Jahre dauerte es von der ersten Planung bis zum Spatenstich im Frühjahr 2011. Zunächst stand eine ÖPP-Finanzierung (Öffentlich-Private Partnerschaft) mit privatem Bauherrn im Raum. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde davon schließlich doch Abstand genommen und eine konventionelle Bauweise, trotz leerer Kassen, beschlossen. Sollten Freigänger und die jugendlichen Straftäter nun aber übergangsweise sowohl am Standort Augsburg als auch in Gablingen untergebracht werden, könnte dies teuer werden. Denn die Augsburger Gefangenen müssten mitunter nach Gablingen und zurück transportiert werden, da in der neuen JVA beispielsweise die medizinische Abteilung untergebracht sein wird.

Harald Güller möchte dieses Provisorium vermeiden. Geht es nach ihm, sollen die Bereiche für den offenen Vollzug und den Jugendarrest bereits nachträglich in den Haushaltsplan 2014/15 aufgenommen werden. Der Bau könnte dann bereits Mitte nächsten Jahres erfolgen.

Alte JVA in Augsburg: Wohnraum statt Knast
"Wir freuen uns über den Vorstoß und halten das für zweckmäßig", sagt der stellvertretende Leiter der JVA, Franz Höfler. "Langfristig wird diese Lösung sowieso kommen müssen." Dass ein kompletter Umzug in die moderne Anstalt nach Gablingen zeitnah notwendig ist, davon sind alle Beteiligten überzeugt. Es gibt Pläne, die Gefängnisgebäude in der Karmelitengasse und im Stadtteil Hochfeld abzureißen. Denn beide Bereiche gelten als begehrte Wohngebiete.
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