Fliegerbombe in Gablingen erfolgreich entschärft

Diese Fliegerbombe wurde am Mittwoch auf einem Feld in Gablingen ausgegraben und entschärft. (Foto: Alexander Heinle)
Von dem Feld in dem Viereinhalbtausend-Einwohner-Ort Gablingen ist es nicht weit bis zu den Gefängnismauern der JVA. Statt ländlicher Ruhe gab es am Mittwoch dort allerdings ein Polizei-Großaufgebot und ein Sprengkommando. Der Grund: Der Fund einer 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg.
Bereits am Montag hatte die Polizei die Ausgrabungsaktion in ihrem Polizeibericht angekündigt. Bodenuntersuchungen im Bereich der Paul-Klee-Straße hätten ergeben, dass sich in einem angrenzenden Feld in der Nähe der JVA Gablingen möglicherweise mehrere Kampfmittel im Erdreich befinden könnten.
Auf dem Feld nahe dem Gefängnis war einst der Gablinger Flugplatz. Während des zweiten Weltkrieges wurde er von den Messerschmitt-Werken genutzt und bombardiert. So war der Gedanke an Kampfmittel naheliegend. Als der Boden untersucht wurde, stellte sich heraus, dass sich an 13 Stellen metallene Objekte im Erdreich befinden.
„Sollte bei den georteten Gegenständen tatsächlich eine Bombe gefunden werden, so sind zur Bergung aus Sicherheitsgründen weiterreichende Maßnahmen notwendig“, so die Polizei.
Am Mittwochmorgen, gegen 7.30 Uhr, ging es schließlich mit den Grabungsarbeiten los. Als Vorsichtmaßnahme trafen schon morgens vier Polizeibusse in der Nähe des Feldes ein. Diese sollten bereitstehen, falls die JVA geräumt werden müsste. Dann würden die Häftlinge an einen geheimen Ort gebracht, teilte Polizeisprecher Manfred Gottschalk mit, um ein mögliches „Befreiungsszenario“ zu vermeiden.
Zunächst fanden die Einsatzkräfte jedoch nur eine Flak-Stellung und eine kleinere 50 Kilogramm schwere Brandbombe. Die Polizei ging davon aus, dass diese weggebracht und dann entschärfte werden könne und eine Räumung des umliegenden Bereiches nicht nötig wäre. Erst der letzte Punkt, an dem die Kampfmittelexperten gruben, brachte eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe zum Vorschein. Im Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle wurden daraufhin alle Privatgebäude und Betriebe evakuiert. Zu diesem Zeitpunkt war aber noch immer nicht klar, ob die Räumung auch die JVA treffen würde.
Erst gegen Mittag gab Gottschalk, bekannt, dass die Bombe nun gründlich untersucht worden sei. Der Sprengmeister sei zu dem Schluss gekommen, dass man den Sprengkörper abtransportieren und anschließend entschärfen könne. Beide Zünder seien noch intakt. Die Bombe wurde in ein etwa 300 Meter entferntes Waldstück geschafft und in einem vier Meter tiefen Erdloch entschärft. Zur Sicherheit schirmten Strohballen und Container voller Erde den Ort der Sprengung vor der Umgebung ab. Gegen 15.45 Uhr meldete der Sprengmeister die erfolgreiche Entschärfung.
Die JVA musste letztendlich nicht evakuiert werden. Einige Gefangene wurden allerdings vorübergehend in einen anderen Teil des Gefängnisses verlegt, der weiter von der Sprengstelle entfernt lag.
Die Bewohner der umliegenden Häuser konnten gegen Nachmittag wieder in ihre Anwesen zurückkehren.

Kristin Deibl
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