Bayern-Fanclub "Red-White Glammhogga" muss nach Gersthofen ausweichen

Präsident Manuel Tausend mit schwerer Aufgabe: Vor rund 100 Tagen hat Manuel Tausend die Nachfolge seines Vaters, dem „Bayern-Rudi“ angetreten, der den Fanclub „Red-White Glammhogga“ 14 Jahre leitete und damit das Präsidentenamt in jüngere Hände gelegt hat.

Mit seiner offenen Art hatte der Neu-Präse schon im Vorfeld viele Sympathien gewonnen, etwa bei der Ausrichtung der jährlichen Tombola für krebskranke Kinder oder auch bei seinem bisherigen Amt als Gründungsmitglied und Vizepräsident. Das soziale Engagement für die Kinderkrebsstation bleibt jedoch auch weiterhin eine Herzensangelegenheit von Ehrenpräsident Rudi Tausend, der bereits jetzt die nächste Fahrt mit den Betroffenen in die Allianz-Arena zu einem Spiel des FC Bayern plant.
Genau einen Monat war Präsident Manuel Tausend im Amt, da lud er sowohl fleißige Mitstreiter und Helfer vom Fanclub, als auch einige Sponsoren als „kleines Dankeschön“ zum Weiherfest nach Ortlfingen ein. Bei Fisch und Grillspezialitäten verbrachte der zahlenmäßig begrenzte Kreis einen herrlichen Sommerabend am Weiher vom „Kille“, dem Senjor-Wirt der „Neuen Post“ in Meitingen, der gleichzeitig auch Mitglied im Fanclub der Roten ist. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Klaus und Ite, ehemals Bandmitglieder der Gruppe Wonder Doc´s. Bereits zum dritten Mal nahm der Fanclub das Angebot von Sepp Killensberger an, an diesem idyllischen Fleckchen Erde zu feiern. Ein eigens dafür organisierter Bus brachte die gutgelaunte Truppe dann gegen Mitternacht nach einem kurzen Fußmarsch gut gelaunt wieder nach Hause.

Neue Saison

Montagsspiele, neue Anstoßzeiten und Sender, aber auch erstmalig der Videobeweis in der Bundesliga sind Neuerungen für die laufende Saison. Aber auch beim Fanclub ändern sich einige Dinge. Aktuell kam in den letzten Tagen die erste grosse Herausforderung auf den neuen Präsident zu. Der Sky-Vertrag mit dem TSV Lützelburg endete Ende August. Trotz fataler Zustände beim Vorgänger-Pächterpaar, wo Mitglieder des Fanclubs, aber auch des TSV ausgesperrt und verprellt wurden und trotz gültigem Sky-Vertrag nicht die Spiele des FCB verfolgen konnten, wollte der Club der Roten dem TSV und dem Theaterheim als Clublokal zukünftig treu bleiben.

Dass der Fanclub auf diese Mißstände rechtzeitig hinwies und natürlich auf die Einhaltung seines Vertrages mit dem TSV pochte, sollte für einen Vorstand nicht als Grund herhalten, ein „nachhaltig getrübtes Verhältnis zum TSV“ zu konstruieren, das entbehrt jeglicher Grundlage. Es sei denn, er kannte den Vertragsinhalt nicht. Wie soll der Präsident des Fanclubs denn seinen Mitgliedern erklären, dass man zwar mtl. 180,-- € Ausgaben für Sky berappt und damit gewisse Rechte erwirbt, die explizit im seinerzeit ausgehandelten Vertrag ersichtlich sind, trotzdem aber keine Möglichkeit besteht, die Spiele auf Sky anzusehen?

Einigkeit herrschte bei allen darüber, dass die Kosten für den Privatsender zukünftig gesenkt werden müssten. Dies war auch durch ein deutlich verbessertes Angebot gegeben, in dem die Kosten fast halbiert wurden. Ein Gespräch mit Sky, dem Wirt und dem Fanclub – auch der Vorstand des TSV saß mit am Verhandlungstisch – endete jedoch trotz der deutlich reduzierten Konditionen von Sky ergebnislos. Die Fanclub-Vertreter hatten – wie im alten Vertrag – eine Teilung der Kosten vorgeschlagen, wollten aber nicht nur den Wirt, sondern wie bisher auch den Eigentümer, den TSV mit im Boot haben. Sie gingen davon aus, dass der neue Vertrag nach dieser gravierenden Änderung eigentlich nur noch reine Formsache sei. Maßlos enttäuscht zeigte sich Neu-Präsident Manuel Tausend und Ehrenpräsident Rudi Tausend über die starre Haltung von Vorstand Heinz Müllenbeck, der sich zu keiner Änderung seiner Position bewegen und damit den Deal platzen ließ, ohne auch nur anzudeuten, dass unter den neuen Umständen ein Gespräch mit seinen Vorstandskollegen nötig sei. Die Anhänger „der Roten“ bemängeln vor allem, dass aufgrund der deutlich verbesserten Konditionen kein Umdenken erkennbar war, noch dazu, wo auch die Anhänger des TSV durchaus immer die Möglichkeit wahrnahmen, die Fußballspiele live auf Sky zu verfolgen. Zudem hätte durch eine außerordentliche Kündigung des alten Vertrages eine Summe von 180,-- € eingespart und in den neuen Vertrag investiert werden können.

Wie aus Kreisen des TSV Lützelburg zu erfahren war, wurden auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beim Tagesordnungspunkt Sky den Teilnehmern diese neuen, deutlich reduzierten Vertragsbedingungen ebenso vorenthalten, wie die mögliche Verrechnung durch eine vorzeitige Kündigung. Warum dies so ablief, bleibt wohl das Geheimnis des Vorstands. Dabei gäbe es durchaus plausible Gründe, den Argumenten des Fanclubs zu folgen. Zusätzliche Gäste durch den Fanclub würden dem angeschlagenen Image des Theaterheims in Lützelburg sicher nicht schaden und durch seine jährliche Nikolausfeier mit im Schnitt 160 Personen obendrein für weitere Einnahmen beim Pächter sorgen. Von möglichen Folgegeschäften ganz zu schweigen. So waren allein am letzten Samstag Fanclub-Mitglieder nach der Übertragung des Spiels im Biergarten beim Essen mit einer Zeche von ca. 250,-- €. All diese Einwände prallten am Vorstand des TSV ab. Eine Unterstützung für den neuen Pächter sieht nach Ansicht des Fanclubs anders aus. Man hätte sich einfach mehr Kreativität erwünscht. Ist es das wert, dass der zweitgrößte Verein am Ort nach Gersthofen ausweichen muss, fragen sich mittlerweile viele Mitglieder nicht nur des Fanclubs überrascht von dieser Entwicklung?

Bei einer geringen finanziellen Beteiligung seitens des TSV (z.B. 50,-- €) zeigte der Fanclub einen Weg auf, der zu einer Lösung geführt hätte. Nicht nur der Fanclub, sondern auch der neue Wirt des Theaterheims hatten wenigstens ein Signal seitens des TSV erwartet und fühlten sich durch die unnachgiebige Haltung im Stich gelassen. Selbst die Bitte des Bürgermeisters, den vorgeschlagenen Kompromiss des Bayern-Fanclubs zu überdenken und wie in der Vergangenheit eine gemeinsame Lösung zu suchen, konnte Vorstand Heinz Müllenbeck nicht umstimmen. Es ist schade, dass wir den Weg mit Unterstützung des TSV Lützelburg nicht fortsetzen können, so Präsident Manuel Tausend, aber am Ende geht es um die Zukunft des Fanclubs und sein neues Zuhause. Dabei stellt man sich auf Seiten des Fanclubs schon ernsthaft die Frage, ob dieses Vorgehen des TSV-Vorstands aufgrund der genannten Fakten wirklich zu Ende gedacht war. In dieser schwierigen Situation haben sich die Verantwortlichen „der Roten“ ihre Entscheidung sicher nicht leicht gemacht und es wird auch nicht vergessen, wo sie ihre Wurzeln haben.

Fazit: Der Wirt wollte jedenfalls nicht ohne Rückendeckung des TSV diesen Vertrag abschliessen, was aus Sicht des Fanclubs durchaus verständlich ist. Der Fanclub „Red-White Glammhogga“ aus Gablingen hat daraus die notwendigen Konsequenzen gezogen und kündigte in einem Info an seine Mitglieder die Trennung von Lützelburg als Clublokal und die Alternative dazu an. Die Suche nach einer neuen Bleibe innerhalb der Ortsgrenzen blieb dabei jedoch erfolglos.

Neues Zuhause

Fündig wurde man als Ersatz in dem „Wirtshaus am Sportplatz“ des TSV Gersthofen, wo nun ab 9. September allen Mitgliedern weiterhin die Möglichkeit geboten wird, die Spiele des FCB live zu erleben. Ausdrücklich bedanken möchte sich der Fanclub jedoch für das in all den vorherigen Jahren gute Verhältnis zum TSV Lützelburg, wo er bisher immer willkommen war.
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