Musikverein Gablingen blickt auf 90 Jahre zurück

Heute ist der Musikverein aus der kulturellen Szene vor Ort nicht mehr wegzudenken. Fotos: privat
 
Ein Blick zurück: Die Gablinger Gründungskapelle von 1925. Die Aufnahme entstand im Jahr 1931.

Der Musikverein Gablingen erfreut sich großer Beliebtheit. Seit vielen Jahrzehnten bereichert er das kulturelle Leben der Kommune. Vor Kurzem feierte er sein 90-jähriges Bestehen mit einem Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder in der Pfarrkirche St. Martin, einem Stehempfang im Pfarrheim und einem gemütlichen, bayerischen Jubiläumsabend im Pfarrheim.
Das engagierte Aufspielen des Musikvereins verdeutlicht nicht nur den kameradschaftlichen Geist, sondern auch die große musikalische Leidenschaft, mit der sich die Musiker ihrem Hobby widmen. Doch das ist in der Regel nicht so „nebenher“ zu leisten. Bereits 1975 zum 50. Gründungsjubiläum hat der langjährige Klarinettist Josef Schur darauf hingewiesen, dass der Erfolg und die Leistungen des Musikvereins sehr wohl an bestimmten Faktoren festzumachen sei, nämlich an Arbeit, Opfergeist und Idealismus.

Als „Väter“ des Musikvereins kann man den Präses des Katholischen Burschenvereins, Kaplan Josef Schmuttermeier, und den Vorsitzenden Josef Förg bezeichnen. Sie unterbreiteten 1925 den Dorfburschen den Vorschlag, eine eigene Musikkapelle auf die Beine zu stellen. Die Idee fand unter den Jugendlichen Gehör. Die Ausbildung übernahm zunächst Oberlehrer Johann Sommerer, ein Jahr später Obermusikmeister Georg Pröll. Die Instrumentalisten waren talentiert und ehrgeizig. Bereits im Mai 1927 holten sie bei einem Wertungsspiel einen ersten Rang.

Fortan gestaltete die Kapelle mit ihrer Blasmusik Feste, Hochzeiten und Tanzveranstaltungen. Erst der Zweite Weltkrieg ließ den Klangkörper mehr und mehr verstummen.

Nach der Kapitulation wurde der Musikverein wiederbelebt. 1948 trat er bei einer Theateraufführung erstmals wieder auf. 1953 sei dann durch Bürgermeister Peter Geisenberger eine 22 Mitglieder starke Kapelle aufgestellt worden, heißt es in der Chronik von Josef Schur weiter.

Hervorragende Platzierungen

Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder Xaver Sapper. Unter seiner Führung nahm die Kapelle 1955 am Bezirksmusikfest des Bezirkes XV in Gersthofen teil. Auf Sapper folgte 1958 Johann Steppich. Adolf Auernhammer, der 1963 ins Amt kam, war es schließlich, der sich um eine einheitliche Kleidung der Kapelle kümmerte. Unter seiner Vorstandstätigkeit reiste die Kapelle im Juni 1966 erstmals ins Ausland, zum 40-jährigen Gründungsfest der oberösterreichischen Trachtenkapelle Leonding.

Priorität hatten fortan auch die Bezirks- und Bundesmusikfeste. Hier erreichte der Musikverein immer wieder hervorragende Platzierungen.
1968 wurde Rolf Wagner, 1972 Adolf Schaller Vereinschef. Die weiteren Vorsitzenden: 1977 Wendelin Reiner, 1979 Klaus Weber, 1983 Ernst Münch, 1985 Klaus Modlmeier, 1990 Wendelin Reiner und 1999 Helmut Gensberger. Seit 2008 leitet Simon Lauter den Verein.

Zehn Dirigenten haben bisher den Musikverein musikalisch geprägt: 1925 Georg Pöll, 1932 Heinrich Streidl, 1953 Alois Tappeiner, 1960 Josef Schur, 1963 Hans-Joachim Schmidt-Täubner, 1977 Isidor Fladerer, 1979 Fritz Mayer, 1990 Wolfgang Kresin, 2005 Andreas Meyer und seit 2013 Werner Heinz.
Musikalischer Grundpfeiler

Die heutige Vorstandschaft setzt sich zusammen aus Simon Lauter (Vorsitzender), Erwin Buck (Stellvertreter), Werner Heinz (Dirigent), Gertrud Schanlitzel (Kassier), Sabrina Moschkau (Jugendvertretung), Carmen Schuster (Schriftführer), Helmut Gensberger, Georg Reinsch senior und Roland Schuster (alle Beisitzer), Stefan Saule (Notenwart) sowie Martin Brem und Martina Saule (beide Revisor). 1984 gab es die ersten Ehrenmitglied: Egidius Buck und Johann Steppich. Es folgten Franz Schaller (1994), Xaver Sapper (2001) und Adolf Marx (2010).

Heute ist der Musikverein Gablingen längst zu einem Grundpfeiler des Gemeinwesens geworden. Veranstaltungsreihen wie die Sommerserenaden, die Herbstfeste und die „Gablingenial“-Partytage, die es seit Anfang der 2000er-Jahre gibt, tragen dazu eindrucksvoll bei. (spr)
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