Was muss sich ändern in Gablingen?

Nach der von Walter Trettwer moderierten SPD-Diskussion in Gablingen zu den Themen, über die Referent Wolfgang Bähner sprach und Gemeinderat Erwin Almer (von links). Foto: pm

SPD-Ortsverein Gablingen lud zu einer Informationsveranstaltung über die Auswirkungen des demografischen Wandels ein - die Folgen der Überalterung der Gesellschaft.

"Demografische Entwicklung - Chance und Herausforderung auch für Gablingen" lautete das Thema einer gut besuchten Veranstaltung des Gablinger SPD-Ortsvereins. Referent war Bezirksrat Wolfang Bähner, der Vorsitzende der SPD-Bezirkstagsfraktion und ein Stellvertreter des Bezirkstagspräsidenten. Die Überalterung der Bevölkerung bringe eine tiefgreifende Veränderung der Gesellschaft mit sich. In der Gemeinde Gablingen sei bereits jeder fünfte Einwohner über 65 Jahre alt, so Wolfgang Bähner, der die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Bereiche Wohnen, Arbeiten, Bildung, Gesundheitsvorsorge, Freizeit/Kultur und Mobilität erläuterte.

"Wir müssen neue Wege gehen", sagte Bähner und nannte die Schaffung von geeigneten barrierefreien Wohnmöglichkeiten für Ältere. Das klassische Familienmodell mit der Generationenpflege gebe es kaum noch. Es müssen aber auch nicht nur Großwohnanlagen entstehen. So gebe es bereits erfolgreiche Modelle mit kleineren Anlagen, oftmals verbunden mit der Hilfe durch Ehrenamtliche. Bähner bedauerte, dass immer mehr Gemeinden ihre Schulen verlören und große Schulverbünde entstünden. "Eine Schule gehört in jedes Dorf, zumindest die Grundschule", ist seine Meinung dazu.

In der Gesundheitsvorsorge sei es wichtig, dass sich Ärzte nicht nur in Ballungszentren niederlassen, sondern auch in den Dörfern. Ein entsprechendes Bundesgesetz sei dazu momentan in der Vorbereitung. Das Vereinswesen funktioniere derzeit noch weitgehend in den Dörfern, allerdings bereite auch hier oft die Altersstruktur große Sorgen und es falle vielen Vereinen zunehmend schwer, Vorstandspositionen zu besetzen. Zum Thema Mobilität sei es wichtig, dass gute öffentliche Nahverkehrsverbindungen mit Barrierefreiheit bestünden. Leider seien viele Bahnhöfe - wie auch in Gablingen - nicht barrierefrei. Selbstverständlich sollte es ein, dass in den Gemeinden die öffentlichen Gebäude - einschließlich der Kirchen - ohne Barrieren zu betreten sind.

Immer mehr werde auch ein "barrierefreies Internet" gefordert, also der Zugang zum Netz zum Beispiel für Sehbehinderte und Gehörlose. Letztlich sei "Inklusion" - also die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben - nicht nur für Behinderte und in Schulen, sondern auch für Ältere ein wichtiges Thema. Bähner wies aber auch auf Chancen durch den demografischen Wandel hin. Durch rückläufige Bewerberzahlen hätten auch schwächere Schulabgänger gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Immer mehr Arbeitsplätze werden in den Pflegeberufen geschaffen, die allerdings attraktiv gestaltet werden müssten.

Abschließend entwickelte sich eine lebhafte, von Walter Trettwer moderierte Diskussion zu den angesprochenen Themen und über die Situation in Gablingen.
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