Keiner Schuld bewusst

Bei den früheren Gersthofer Bürgerfesten (Bild) soll es beim Organisator zu finanziellen Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Das behauptet der jetzige Vorsitzende des Gewerbeverbands. Archivfoto: Siegfried P. Rupprecht
 
Albert Heckl, der frühere Chef des Gersthofer Gewerbeverbands, wehrt sich gegen Vorwürfe, er habe der Kasse des Verbands Schaden zugerichtet. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Der frühere Vorsitzende des Gersthofer Ortsvereins des Bundes der Selbständigen - Gewerbeverband (BDS), Albert Heckl, geht in die Offensive. „Die heutige Vorstandschaft des Gewerbeverbands tut so, als hätte ich ungerechterweise Geld aus der Kasse des Verbands genommen - und keiner wisse eigentlich wofür“, verdeutlicht er. „Dabei wird hinterhältig verschwiegen, dass dieses Geld - ausgegeben für Fremdarbeiten zum Gersthofer Bürgerfest - nur durch die Organisation dieser Veranstaltung erarbeitet wurde“, so Heckl zur StadtZeitung.

Die Vorgehensweise gegen ihn sei „ein Schlag ins Gesicht für den Gewerbeverband“. Der BDS werde „schändlich für politische Zwecke ausgenutzt, um das politische Klima in Gersthofen und das Ehrenamt zu schädigen“, so Heckl, der als Stadtrat der Fraktion W.I.R. in Gersthofen fungiert.
Wie von der StadtZeitung berichtet, warfen der heutige BDS-Vorsitzende Günter Gaugenrieder und der Rechnungsprüfer Winfried Altmann dem früheren Gewerbeverbandschef bei der kürzlich abgehaltenen Jahreshauptversammlung schwere finanzielle Unregelmäßigkeiten vor. Diese Vorwürfe beziehen sich auf Rechnungsstellungen von Albert Heckl und eines mittlerweile verstorbenen Kassierers während der bis 2010 vom Gewerbeverband durchgeführten Gersthofer Bürgerfeste.

„Gefälligkeitsgutachten“

„Wie alle Jahre von der BDS-Vorstandschaft gewünscht und abgesegnet, erhielten ich und der damalige Kassierer den Auftrag für die Bereitstellung von Personal und die Erledigung der Arbeiten rund um das Bürgerfest, berichtet Heckl. Diese Regelung habe bis dahin allen Prüfungen standgehalten. sowohl von der örtlichen als auch überörtlichen Rechnungsprüfung. Selbst ein Gutachter, der vom Landesverband bestellt wurde, habe bescheinigt, dass diese Vorgehensweise durchaus gerechtfertigt sei, betont Heckl. „Dieses Gutachten wurde vom Gewerbeverband jedoch schlichthin als ,Gefälligkeitsgutachten‘ abgetan.“
Heckl bejaht, dass der BDS Strafantrag gegen ihn gestellt habe. Die Staatsanwaltschaft Augsburg habe gegen Zahlung eines Betrages von 5.000 Euro von der Erhebung einer Klage abgesehen. Dieser Zahlung sei er nachgekommen. „Ich übernahm die Verantwortung für fehlende Unterlagen, geschuldet dem Tod des Kassierers, der die Unterlagen verwahrte.“
Weiter betont Heckl, dass es unwahr sei, dass er für Vorgänge im Jahr 2010 wegen Untreue mit einem Strafbefehl über 5.000 Euro belegt worden sei.
Dies bestätigt auch sein Anwalt Dr. Rudolf Wittmann. Wörtlich teilt er mit: "Zutreffend ist, dass das Strafverfahren - soweit es nicht bereits im April 2015 eingestellt worden war - mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Augsburg vom 4. Mai 2015 endgültig eingestellt wurde. Ein Strafbefehl über 5.000 Euro gegen Albert Heckl ist niemals ergangen."

„Nie einen Cent verlangt“

In diesem Zusammenhang versichert Heckl, dass er für seine eigene Arbeit beim BDS „nie einen Cent verlangt“ habe. Im Gegenteil, er habe weit weniger Arbeitsstunden als tatsächlich angefallen verrechnet, um die Kosten für das Bürgerfest so gering wie möglich zu halten. Zudem habe er dem Gewerbeverband über viele Jahre hinweg kostenlos Lagerflächen von rund 200 Quadratmeter zur Verfügung gestellt.
Unverständnis äußert er auch über den heutigen Vorsitzenden des Gewerbeverbands, Günter Gaugenrieder. „Er hat über zehn Jahre der Vorstandschaft angehört, wusste über die nun kritisierten Vorgehen Bescheid und hat dem Prozedere stets zugestimmt“, so Heckl. „Seit er jedoch Mitglied der kommunalpolitischen Gruppierung Pro Gersthofen – genauso wie übrigens Rechnungsprüfer Winfried Altmann und stellvertretender BDS-Vorsitzender Alexander Döll - ist, scheint er einige Gedächtnislücken aufzuweisen.“

Ebenfalls Klage einreichen

Gegen die kürzlich vom BDS beim Landgericht Augsburg eingereichte Zivilklage in Höhe von rund 40.000 Euro will Albert Heckl nach eigenen Angaben „Widerspruch einlegen“. Der Betrag setze sich aus Personal-, Büromaterial- und Portokosten sowie Aufwendungen für Bürgerfeste von 2005 bis 2010 zusammen. „Ich solle nun für die Abhaltung von 27 Bürgerfesten, Gewerbeschauen und Weihnachtsmärkten und vieles mehr völlig ungerechtfertigt bezahlen“, resümiert Heckl. Er werde nun selbst gegen Günter Gaugenrieder und den Gewerbeverband Klage einreichen.

Von Siegfried P. Rupprecht
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.