Immer wieder Gersthofen: Aufklärungsquote von Vandalismus "eher schlecht"

Sommer 2015: Die Alltagsmenschen wurden desöfteren Opfer von Randalierern. Foto: Archiv
 
Der neueste Fall von Vandalismus größeren Ausmaßes in Gersthofen: An der Kapelle St. Emmeram wurden gleich mehrmals binnen einer Woche Scheiben eingeworfen. Foto: Stadt Gersthofen

Enthauptete Skulpturen, zerstörte Verkehrsleuchten, und jetzt kaputte Kapellenfenster: Ist Gersthofen ein Hotspot des Vandalismus?

"Liebe Vollidioten und Asoziale." Diese Anrede wählte Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle als er sich im Sommer 2015 via Facebook an diejenigen "Vollpfosten" wendete, die den Alltagsmenschen fürchterliche Dinge angetan hatten. Jene Skulpturen, die eigentlich ein Hingucker in der Stadt hatten seien sollen, jedoch mehrfach gerade deshalb ein Blickfang waren, weil ihnen Gliedmaßen oder Köpfe fehlten. Nun beschäftigen wieder zwei Fälle von ausschweifendem Vandalismus die Polizei. Das wirft die Frage auf: Trifft die Zerstörungswut Gersthofen besonders häufig? Thomas Klingler, Hauptkommissar der Gersthofer Inspektion, verneint. Die Alltagsmenschen und nun die Sache mit den Laternen seien freilich "spektakuläre Fälle", aber ein Vandalismus-Hotspot, nein, das sei Gersthofen keiner.

Das mit den Laternen geschah in den Tagen nach dem Jahreswechsel. Am Radweg zwischen Gersthofen und Hirblingen leisteten Rowdys ganze Arbeit: An 29 der 30 Leuchten fehlten die Lampen - wobei unklar ist, wie sie die in vier Meter Höhe hängenden LEDs von den Pfählen herunterholten. Die solarbetriebenen Module jedenfalls waren derart kaputt, dass sie allesamt ausgetauscht werden mussten. Das rief denn sogar die Lechwerke auf den Plan, die 500 Euro Belohnung für entscheidende Hinweise ausriefen.

Bislang vergebens.

Fall Alltagsmenschen: Hinweise ja, Ermittlungserfolg nein

Ohnehin seien Klingler zufolge Vandalismus-Fälle schwer aufzulösen. "Ich bin jetzt nicht der Statistiker", sagt er und Zahlen habe er deshalb keine parat, "aber die Aufklärungsquote solcher Delikte ist eher schlecht". Klinglers Bilanz trifft auch auf den Fall Alltagsmenschen zu. "Es gab Hinweise", berichtet er. Aber die hätten nicht gereicht, um die Täter aufzuspüren.

Selbes gelte für die Solarleuchten. Hinweise habe man erhalten, aber eben "nichts, was den Fall aufhellen würde". Die Taten werden eben im Dunkeln begangen, Zeugen gibt es da meist keine. Darum erhält man für den Fall der Kapelle St. Emmeram die selbe Auskunft. Dort hatten Unbekannte binnen einer Woche mehrfach mutwillig Scheiben eingeworfen. Die Stadt hat mittlerweile Anzeige erstattet.

Dennoch bleibt Klingler dabei, Vandalismus sei kein Gersthofer Phänomen. "In anderen kleineren Orten geht mehr kaputt", erläutert er. Da gebe es eben gerade nachts erst Recht "keine soziale Kontrolle" - also keinen, der was mitbekommt. Und derart unbeobachtet und ebenso ungeniert würden etwa "frisch aufgestellte Bänke ruiniert" oder "künstlerisch wenig wertvolle Graffitis" gesprüht.


Vandalismus: "Saisonales Jugendphänomen"

Wie oft seine Dienststelle mit so etwas konfrontiert werde? Er sei nicht der Statistiker, wiederholt der Hauptkommissar. Was er aber mit Sicherheit behaupten könne: Vandalismus sei eher eine saisonale Straftat. "Es häuft sich in den Sommermonaten und in den Ferien, da haben Jugendliche wenig zu tun und dann kommt eben manchmal so etwas dabei raus", sagt er und ergänzt: "Das ist eben ein Jugendphänomen, ganz klar."

Wütende Reaktionen ob der Zerstörungswut kann Klingler nachvollziehen: "Ärgerlich", urteilt er und schiebt nach: "Das ist gemeinschädliche Sachbeschädigung, weil letztlich bezahlt es die Stadt von der Steuer."
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