Mehr Aufgaben für die Gersthofer Feuerwehr als bisher

Die Feuerwache in Gersthofen (Bild) ist bei größeren Unwetterfällen eine von elf Abschnittsführungsstellen im Landkreis Augsburg. Bei Störfällen, beispielsweise in der chemischen Industrie, wird dort eine Einsatzleitung eingerichtet. Foto: Siegfried P. Rupprecht

In der Feuerwache an der Donauwörther Straße wird eine "Abschnittsführungsstelle" des Landkreises errichtet. Sie kommt bei größeren Unwetterfällen zum Einsatz.

Im Landkreis werden elf sogenannte "Abschnittsführungsstellen" eingerichtet. Die Feuerwache an der Donauwörther Straße ist eine davon. Die neuen Einrichtungen ersetzen die bisherigen "Koordinierungsstellen". Damit sollen die Alarmierungen bei größeren Unwettereinsätzen schneller und zügiger durchgeführt werden.

Das neue Konzept hat die Integrierte Leitstelle gefordert. Hintergrund dazu sind unter anderen die Tornadoaufkommen der vergangenen Jahre und die damit verbundenen Großeinsätze im Bereich Diedorf, Neusäß und Stadtbergen.

Bislang nimmt die Integrierte Leitstelle bei größeren Unwetterlagen die Notrufe entgegen und erfasst diese im Einsatzleitsystem. Anschließend leitet sie die Einsatzaufträge per Fax an die sogenannten Koordinierungsstellen weiter. Die Feuerwache in Gersthofen bildet derzeit die Koordinierungsstelle für die fünf Ortsteilfeuerwehren. Die Abwicklung der Einsätze erfolgt im Anschluss durch die jeweilige Koordinierungsstelle. Davon gibt es insgesamt rund 20 im Augsburger Land.

Elektronische Weiterleitung

Beim jetzigen neuen Konzept nimmt im Unwetterfall die Integrierte Leitstelle nach wie vor die Notrufe entgegen und erfasst diese im Einsatzleitsystem. Dann erfolgt jedoch eine elektronische Weiterleitung an die Kreiseinsatzzentrale im Landratsamt. Diese leitet wiederum den Einsatzauftrag auf elektronischem Weg an die jeweilige Abschnittsführungsstelle weiter.

Die Koordination der Einsätze an die jeweiligen Feuerwehren erfolgt durch die neue Abschnittsführungsstelle. Diese ist an den jeweiligen Kreisbrandmeisterbereich gebunden. Der Gersthofer Zuständigkeitsbereich beinhaltet die Wehren Achsheim, Batzenhofen, Edenbergen, Gablingen, Gersthofen, Hirblingen, Langweid, Lützelburg, Rettenbergen und Stettenhofen sowie die Werksfeuerwehren Huntsman und MVV-Enamic.

Der Vorteil des neuen Konzepts liegt darin, dass die Kreiseinsatzzentrale eine schnellere Koordinierung auf dem elektronischen Weg erlaubt. Bei Überlastung der Notrufaufnahme in der Integrierten Leitstelle ist es den Bürgern zukünftig auch möglich, sich direkt bei der Feuerwache Gersthofen zu melden.

Planungen bei Störfällen

Für das Gersthofer Stadtgebiet ist im Rahmen der Planungen ferner vorgesehen, bei Eintritt eines Störfalls eine örtliche Einsatzleitung in der Feuerwache einzurichten. Je nach Schadensausbreitung - beispielsweise bei einer Schadstoffwolke im Industriepark - besteht auch die Notwendigkeit, die örtliche Einsatzleitung der Brandschützer zu verlagern, da sich die Feuerwache direkt im dortigen Evakuierungsradius befindet.

In diesem Fall sind die Ortsteilzimmer in der Stadthalle vorgesehen. Diese bieten sich aufgrund der örtlichen und baulichen Gegebenheiten, der Nähe zum Rathaus sowie der Infrastruktur und haustechnischen Ausstattung an.

Die Inbetriebnahme der Abschnittsführungsstelle soll nach Schulung und Installation der Software im kommenden Herbst erfolgen. Die erforderliche Hard- und Software wird vom Landratsamt zur Verfügung gestellt. Die Anbindung erfolgt über das vorhandene DSL- und EDV-Netz der Gersthofer Feuerwache.
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