Alltagsmenschen: Bald dauerhaft im Stadtbild Gersthofens?

Stadträtin Julia Romankiewicz-Döll tritt für den Verbleib einiger "Alltagsmenschen" im Zentrum ein. "Sie lockern die Innenstadt auf", meint sie.

Stadträtin Julia Romankiewicz-Döll (Pro Gersthofen) regte bei der letzten Sitzung des Kulturausschusses an, nach Beendigung der Ausstellung "Alltagsmenschen" einige der Skulpturen durch die Stadt anzukaufen. Der Vorschlag sei bei allen Gremiumsmitgliedern gut angekommen, meinte sie auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Kaufidee stamme aus der Runde der Vorstandschaft von Pro Gersthofen, so die Stadträtin. Sie sei dann lediglich das Sprachrohr dazu im Kulturausschuss gewesen.

Anlass der Ausstellung ist das 20-jährige Jubiläum der Stadthalle. Dazu wurden im Stadtzentrum rund 20 Betonskulpturen der Wittener Künstlerin Christel Lechner errichtet. Die Figuren zeigen verschiedene Alltagssituationen.

Dabei entsprechen sie bewusst nicht dem gängigen Schönheitsideal. Es seien "normale" Typen, die gerade weil sie nicht perfekt sind so gemütlich und sympathisch wirken", so Bürgermeister Michael Wörle und Kulturreferent Helmut Gieber unisono.

Bei vielen Bürgern besitzen die "Alltagsmenschen" mittlerweile Kultstatus. Sie haben die großen, knubbeligen Figuren mit ihren Alltagsposen fest in ihr Herz geschlossen. Aber nicht von allen Zeitgenossen. Inzwischen sind fünf Figuren mutwillig zerstört worden. Als erstes fiel den Vandalen einer der drei Banker an der Rathauskreuzung zum Opfer. Ihm wurde bei der Tat der Kopf abgebrochen. Zuletzt fiel der "Denker" Vandalen zum Opfer. Letzterer ist die einzige Skulptur, die im Besitz der Stadt ist. Sie wurde einst für 8000 Euro erworben.

"Die ,Alltagsmenschen' bereichern die Innenstadt und lockern sie auf", resümierte Julia Romankiewicz-Döll. "Die Bürger erfreuen sich an ihnen. Das erkennt man auch eindrucksvoll daran, dass sich die Figuren über alle Generationen hinweg zu einem äußerst attraktiven Fotomotiv entwickelt haben." Die Stadträtin hat sich an die "Alltagsmenschen" zwischenzeitlich so daran gewöhnt, dass sie sich Gersthofen ohne sie nicht mehr vorstellen kann. "Sie gehören einfach zum Stadtbild", verdeutlichte sie.

Romankiewicz-Döll favorisierte für sich persönlich die "Zwei Grauen Männer" vor der Kreissparkasse, "Die Einkaufsfrauen" beim City-Center, die "Sitzenden Frauen" unter den Platanen auf dem Kleinen Rathausplatz sowie die "Vier Tänzer und einem Ghettoblaster" auf der Grünfläche vor dem Kulturamt.

"Welche Figuren bleiben sollen, würde ich jedoch die Bürger entscheiden lassen", erklärte die Stadträtin.

Beim "Denker" hofft sie auf eine gelungene Reparatur, damit die Figur wieder vor das Ballonmuseum gestellt werden kann. "Die Gersthofer hatten sich nämlich richtig liebevoll um ihn gekümmert", erinnerte sie. "Im Winter bekam er sogar Schal und Mütze."

Bürgermeister Michael Wörle will über einen Ankauf von Figuren mit der Künstlerin in Kontakt treten.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.