"Der Denker" ist wieder da

Nicht nur „Der Denker“ ist zurück, sondern auch vier weitere „Alltagsmenschen“, darunter die ausruhende Dame (Bild). Foto: Siegfried P. Rupprecht

Er ist wieder da! Der besinnliche „Denker" vor der Stadtbibliothek in Gersthofen hat seinen alten Platz eingenommen. Die Betonfigur aus der Serie „Alltagsmenschen“ wurde im vergangenen Jahr mit einer Reihe von anderen Skulpturen Opfer einer Zerstörungsattacke.

„Der Denker“ ist allerdings kein Solist mehr. Er hat Gesellschaft bekommen. Die Stadt Gersthofen hat vier weitere Skulpturen gekauft. Sie befinden sich derzeit noch im Eingangsbereich der Stadthalle.
Doch zurück zum „Denker“. Er war die erste mannshohe Figur, die die Kommune von der Wittener Künstlerin Christel Lechner erworben hatte. Lange Zeit stand er vor der Stadtbibliothek. Im Rahmen der rund 20 Skulpturen umfassenden vorjährigen Ausstellung „Alltagsmenschen“ begegnete man den Figuren in der Innenstadt auf Schritt und Tritt. Im Rahmen dieser Aktion wurde „Der Denker“ im Stadtpark platziert.
Dort wurde er dann Opfer von Vandalismus. Der oder die Unbekannte warfen die mit Erdnägeln gesicherte Figur um. Dabei wurde sie durch den Aufprall „geköpft“. Seine Schöpferin konnte das Werk jedoch zwischenzeitlich wieder reparieren. Die liebvoll-kauzige Figur war nicht die einzige Skulptur, die während der Ausstellungszeit der „Alltagsmenschen“ mutwillig zerstört wurde.

Kultstatus erlangt

Die „Alltagsmenschen", die bewusst nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprachen, hatten sich fast unauffällig unters Volk gemischt und so die Innenstadt „verzaubert“. Unzählige Bürger fertigten von sich und den Skulpturen Selfies an. Nicht selten grüßten Bürger die Figuren augenzwinkernd beim Vorbeigehen. Kurz: Zahlreiche Gersthofer schlossen die großen, knubbeligen Figuren mit ihren Alltagsposen fest in ihr Herz. Schon bald erlangten sie eine Art Kultstatus.
Die mutwilligen Zerstörungen einiger Skulpturen hatten Unverständnis und Protest hervorgerufen. Bürgermeister Michael Wörle richtete an die Vandalen deutliche Worte, sprach von „Vollidioten und Asozialen". „Diese Aktionen sind sinnlos, niveaulos und einfach nur primitiv“, resümierte er. Die Ermittlungen der Polizei nach den Tätern blieben – trotz einer ausgesetzten Belohnung – bislang allerdings erfolglos.

Garantiefaktor Schmunzeln

Wegen der großen Resonanz in der Bevölkerung entschloss sich die Stadt schließlich, einige der Betonskulpturen zu kaufen. Und so sind nun der „Anzugsträger“, zwei „Einkaufsfrauen“ und die „Dame“, die ihren Platz auf der Bank unter den Platanen auf dem kleinen Rathausplatz hatte, wieder nach Gersthofen zurückgekehrt. Wetten, dass sie wieder zum Schmunzeln animieren? (spr)
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