Ehrenamtliche leisten großen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen

Raus aus der Sammelunterkunft, rein ins Trikot: Asylbewerber in Gersthofen treffen sich mittlerweile regelmäßig zum Fußballtraining. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Wie in vielen anderen Städten zeigt sich auch in Gersthofen eine hohe Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen und Asylsuchenden. Federführend hier ist die „Helferliste Asyl“.

Die rund 95 dort engagierten Ehrenamtlichen tragen entscheidend dazu bei, den vor Krieg und Unterdrückung geflüchteten Menschen das Einleben in Gersthofen zu erleichtern. Sie bieten sich für Sprachunterricht oder Nachhilfe an, begleiten die Asylbewerber auf Behördengängen, zeigen ihnen bei Spaziergängen die Umgebung und kümmern sich um Kleidungs- und Sachspenden. Andere bieten sich als „Paten“ an und geben damit den Flüchtlingen Orientierung, vermeiden Isolation, helfen Alltagsprobleme zu lösen und das Ankommen im neuen Land insgesamt menschlich zu gestalten.
Heuer ist vor Ort durch die „Helferliste Asyl“ bereits eine Reihe von Projekten entstanden. Diakon Christian Wolf und Stadträtin Barbara Lamprecht, die seit Ende 2014 die Freiwilligen-Koordination im Asylbereich ehrenamtlich durchführen, nennen Beispiele: „Deutschkurse, Fußballmannschaft sowie Fahrrad-, Kinder- und Familienteam.“ Zudem sei ein Organisationsteam zur Ausgestaltung der Räume in den Unterkünften der Asylbewerber auf die Beine gestellt worden. „Ein Team verschönerte zusammen mit den Bewohnern das gemeinsame Wohnzimmer an der Ziegelstraße“, so Lamprecht und Wolf. Außerdem sei eine große Fahrradtour zum Augsburger Kuhsee durchgeführt worden.

Im Aufbau sind derzeit eine Kochgruppe mit dem Ziel, ein Kochbuch zu veröffentlichen, eine Trommelgruppe, ein Wohnungsteam, das bei der Wohnungssuche begleitet, und ein Job-Team, das bei Bewerbungen hilft. Im Fokus stehen darüber hinaus eine Kleiderkammer, eine Werkstatt für Fahrradreparatur und ein PC-Zugang für die Bewohner in der Asylunterkunft an der Ziegeleistraße.

Geplant sind ein Verkehrssicherheitstraining, ein Schwimmkurs, ein monatlicher Stammtisch für die Helfer zum Austausch und zur Fortbildung, Deutschkurse am PC in der Stadtbibliothek, ein Begrüßungsteam für neu angekommene Flüchtlinge, eine regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit und eine Homepage mit Möglichkeit zum Austausch.

Zehn Stunden pro Woche

Ein Abriss des Flüchtlingsstromes ist nicht in Sicht. Bald werden in Gersthofen doppelt so viele Asylbewerber als bisher sein. „Wir haben keine Bedenken, dass die Stadt und ihre Bürger auch sie willkommen heißt und Hilfe anbietet“, sind sich Christian Wolf und Barbara Lamprecht sicher.

Die Koordinationsarbeit leisten der Diakon und die Stadträtin sowie Sozialpädagogin ehrenamtlich und wie sie es nennen „so nebenbei“. „Für jeden von uns bedeutet dies im Schnitt rund zehn Stunden Arbeit pro Woche“, so Wolf und Lamprecht. (spr)
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