Ein Mann der ersten Stunde

Der Städtepartnerschaftsverein Nogent-Gersthofen trauert um ihren verstorbenen langjährigen Vereinschef und späteren Ehrenvorsitzenden vHans Masching (Bild). Foto: privat

Der Städtepartnerschaftsverein Nogent-Gersthofen trauert um seinen langjährigen Vorsitzenden Hans Masching. Er verstarb im Alter von 76 Jahren.

Vereinsvorsitzender Michael Fendt und seine Stellvertreterin Gertrud Birle bezeichnen Hans Masching als „Mann der ersten Stunde“. Und die ging bis ins Jahr 1969 zurück. Damals wurde mit der Erhebung der Marktgemeinde Gersthofen zur Stadt parallel auch die Partnerschaft mit der französischen Stadt Nogent-sur-Oise, rund 50 Kilometer nördlich von Paris und in der Region Picardie gelegen, aus der Taufe gehoben. Hans Masching gehörte zu den Gründungsmitgliedern dieser Vereinigung. Seite an Seite stand er seinerzeit mit Bürgermeister Karl J. Weiss und seinem französischen Kollegen Georges Lenne.
Unter Maschings Ägide formierte sich ein engagierter Partnerschaftsverein Nogent-Gersthofen: Er führte die Menschen beider Länder zusammenführen. So entstanden persönliche Beziehungen. Daraus wuchs wiederum das Verständnis füreinander.

Großes Anliegen

Masching hatte die Leitung des Vereins bis 1992 inne. Sein kontinuierliches Ziel war es, das Miteinander der Menschen aus Deutschland und Frankreich dauerhaft lebendig zu halten und zu gestalten. Diese Verbindungen waren für ihn nicht nur Wunsch, sondern ein großes Anliegen. Auch nach seiner Zeit als Vereinschef traten er und seine Frau Ursula dafür immer mit viel Elan ein. Für seinen Einsatz und großen Verdienst wurde ihm schließlich der Titel eines Ehrenvorsitzenden verliehen.
Sein großes Engagement führte unter anderem auf zwei Eckpunkte zurück. Zum einen war er von Beruf Geschichtslehrer und damit mit der deutsch-französischen Problematik und der „Erbfeindschaft“ beider Länder bestens vertraut. Zum anderen war er selbst davon betroffen: Sein Vater war im Zweiten Weltkrieg gefallen.
So lag es Hans Masching nachhaltig am Herzen, nach den ersten nachbarschaftlichen Kontakten mit Frankreich - damals noch unter Konrad Adenauer und Charles de Gaulle - anfangs noch zaghaften Annäherungen in Form einer Städtepartnerschaft an der Basis aktiv zu unterstützen.

Wichtiger Schritt zur Versöhnung

Ein Partnerschaftsverein sei ein wichtiger Schritt zur Versöhnung und Annäherung zwischen den beiden durch die Vergangenheit getrennten Völkern, sagte er einmal. Darum gelte es, die Institution mit Leben zu erfüllen und das nachhaltige Gedeihen sicherzustellen. Dabei legte er großen Wert auf das persönliche Kennenlernen. Nur so könne man Vorurteile ausräumen, meinte er. (spr/pm)
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