Entsetzt über Jahresbeginn

Beim Neujahrsempfang der Gersthofer Arbeiterwohlfahrt: (von links) Landtagsabgeordneter Harald Güller, AWO-Ortsvorsitzender Gerd Pecher, sein Stellvertreter Helmut Bauer und AWO-Kreischef Alois Strohmayr. Foto: privat

Beim Neujahrsempfang der Gersthofer Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Seniorenzentrum an der Kreuzstraße ging es unter anderem um die Flüchtlingspolitik, die Innere Sicherheit und die Reform der Pflegeausbildung. Festredner war der SPD-Landtagsabgeordnete Harald Güller.

Zuvor hieß AWO-Ortsvorsitzender Gerd Pecher die Gäste herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt dem Ehren- und Gründungsmitglied der Gersthofer AWO, Wilhelm Heidler, der SPD-Ortschefin Janine Hendriks und dem AWO-Kreischef Alois Strohmayr.
Festredner Harald Güller ließ die aktuelle politische Situation Revue passieren. Dabei gestand er ein, dass er über den Beginn des Jahres mit den Übergriffen in Köln und dem Terroranschlag in Istanbul entsetzt gewesen sei.
Thema war auch die Asylpolitik. Güller forderte die Regierung auf, bei der Registrierung der Flüchtlinge endlich geordnete Verhältnisse zu schaffen. Priorität habe zudem die zügige Bearbeitung der Asylanträge, die Unterbringung und die Integration derjenigen, die hier bleiben dürfen.
Als weiteren Brennpunkt nannte Güller die Wohnungsnot im Land. Dabei nannte er zur Verdeutlichung Zahlen. Der Freistaat Bayern habe1993 noch 12.000 Wohnungen sozial gefördert. Im Jahr 2014 seien es nur noch 1.192 gewesen. Hier sei dringender Handlungsbedarf, betonte der Abgeordnete.

Mehr Polizeipräsenz gefordert

Breiten Raum widmete er auch der Innere Sicherheit. Hier plädierte Güller für die Notwendigkeit einer besseren Ausstattung der Polizei. Gleichzeitig forderte er deren Präsenz vor Ort ein. Nur so können Straftaten noch besser verhindert werden, meinte er. Ärgerlich nannte Güller, dass die Polizei in Bayern zwar auf dem Papier wunderbare „Sollstärken“ aufweise, es bei den Inspektionen aber ganz anders aussehe.
Als Beispiel führte er die Inspektion Gersthofen an. Dort seien insgesamt 70 Stellen vorhanden, aber letztlich nur 64 besetzt. Die tatsächliche Personalanwesenheit liege durchschnittlich sogar nur bei 83 Prozent. Dies nannte Güller „einfach unterbesetzt“. In Augsburg-Mitte sehe es nach seinen Worten „noch schlechter aus“. Die SPD im Landtag setze sich seit Jahren dafür ein, bei der Polizei mehr Personal einzustellen und auszubilden, so Güller.
Aber auch Positives meldete der Abgeordnete. Dazu gehöre die im Bundestag verabschiedete Reform der Pflegeausbildung. „Es ist gut und richtig, dass jetzt Kinder-, Kranken- und Altenpfleger in einer Ausbildung zusammengefasst werden und die Ausbildung kostenfrei ist“, betonte er. Bisher hätten die Auszubildenden oft Ausbildungsgebühren zahlen müssen. (spr/pm)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.