Er lebte für Ökumene

Manfred Trettenbach setzte sich nachhaltig für die ökumenische Zusammenarbeit der beiden christlichen Kirchen ein. Er starb 84-jährig. Foto: oh

Manfred Trettenbach leitete rund 38 Jahre lang die Pfarrei "Maria, Königin des Friedens". Der Pfarrer verstarb im Alter von 84 Jahren nach längerer Krankheit.

Seine Predigten waren direkt und ehrlich. Im Mittelpunkt seines Lebens stand immer die Prämisse, wie er den Menschen helfen könne. Sein Wirken galt den Gemeindemitgliedern in der Kirche, in der Schule und bei vielen Haus- und Krankenbesuchen. Der langjährige Seelsorger der Pfarrei "Maria, Königin des Friedens", Manfred Trettenbach, ist im Alter von 84 Jahren nach längerer Krankheit im Augsburger Vincentinum verstorben.

Rund 38 Jahre lang wirkte der Pfarrer in Gersthofen. 2005 verabschiedete er sich in den Ruhestand. Die Zeit in der Ballonstadt nannte Trettenbach "nicht immer ganz einfach, manchmal beschwerlich, aber niemals ungut oder unfreundlich". Seit seinem Start 1968 in Gersthofen war er zudem als Präses der örtlichen Kolpingfamilie tätig.

Auch nach seiner Emeritierung arbeitete er als Ruhestandsgeistlicher in der Seelsorge der Pfarreiengemeinschaft Gersthofen. Er habe gerne mitgeholfen und immer wieder seine Unterstützung angeboten, so Stadtpfarrer Ralf Gössl.

Trettenbach blickte auf eine umfangreiche Bilanz zurück. Mehr als 450 Paare führte er zum Traualtar und mehr als 1260 Kinder spendete er das Sakrament der Taufe. Darüber hinaus wohnte er bei rund 1400 Beerdigungen bei.

Als seine schwerste Pflicht seines Lebens bezeichnete der Pfarrer die Beerdigung der ermordeten zwölfjährigen Vanessa. Die Gersthofer Schülerin hatte beim Kinderfasching noch in der Bütt gestanden und wurde ein paar Tage später von den Eltern mit 21 Messerstichen im Kinderzimmer gefunden. Die Tat von 2002 ging als "Maskenmord von Gersthofen" in die Kriminalgeschichte ein.

Ein Herzensanliegen war ihm stets die ökumenische Zusammenarbeit der beiden christlichen Kirchen - nicht auf dem Papier, sondern gelebt im kirchlichen Alltag und persönlichen Miteinander.

Trettenbach wurde am 22. März 1931 in Ingolstadt geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in München und des Gymnasiums in Neuburg an der Donau folgte das philosophische Studium in Dillingen und das der Theologie in München. 1956 wurde er zum Priester geweiht. Nach einigen Jahren als Kaplan in Kempten erhielt er 1965 die Berufung zum Religionslehrer am Ringeisen-Gymnasium in Ursberg. Gleichzeitig war er Pfarrvikar der Pfarrei Kemnat bei Günzburg.

In seiner Gersthofer Pfarrei erlebte Trettenbach gleich im ersten Jahr die Fertigstellung und Einweihung des Gotteshauses "Maria, Königin des Friedens", zwei Jahre später die Errichtung des St. Elisabeth-Kindergartens und Horts.

Trettenbach war nicht nur Geistlicher, er war auch Schöngeist. Er zählte die Literatur und das Zeichnen zu seinen Hobbys. Auch reiste er gerne, vor allem nach Frankreich und Irland.

Die Beerdigung von Manfred Trettenbach fand auf dem Alten Friedhof in Neuburg an der Donau statt.
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