Famos und hochkarätig

Die Kinder des Ulrichkindergartens überraschten mit einem fetzigen und bunten Auftritt. Ihr Motto: Zirkus. Foto: Siegfried P. Rupprecht
 
Die „Minions“ warfen unter anderem einen kritischen Blick auf das Alltagsgeschehen in Gersthofen. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Zirkus ist bunte Vielfalt und lässt in eine fantasievolle Welt eintauchen. Genau das gelang dem Ulrichkindergarten mit seiner Aufführung bei den diesjährigen Gersthofer Kinder-Kol-La-Faschingssitzungen. Die liebevoll kostümierten Kleinen ließen in der ausverkauften Stadthalle Illusionen zum Greifen nah erleben.

Dabei präsentierten mächtige Tiere wie Elefanten und Löwen „gewagte“ Kunststücke. „Hingucker“ waren natürlich die vielen kleinen Clowns und die Mädels mit ihren Regenschirmen. Alles in allem gelang hier eine gelungene Mixtur aus Unterhaltung, Spaß und Kreativität.
Überhaupt strahlte die Kinder-Kol-La unter der überzeugenden Sitzungspräsidenten Franziska Harle heuer große Weltoffenheit aus. Sie präsentierte die einem amerikanischen Animationsfilm entstammende „Minions“, beschwor Urlaubsfeeling in fernen Ländern hervor, liebäugelte mit dem Flair Rio de Janeiros und entführte in die pulsierende Millionenstadt New York.
Den Auftakt zu dem rund dreieinhalbstündigen Programm gab traditionell das Kol-La-Männchen (Elias Rogg). Und dann ging es bereits Schlag auf Schlag. Die BaHiGa-Kapelle unter der Leitung von Andreas Mayer ließ das Discofieber in den 1980er-Jahren aufleben. Dementsprechend heizten die jungen Musiker mit dem Village-People-Hit „Y.M.C.A.“ ein und entfachten damit – zumindest für die Omas und Opas – Impulse der damaligen Subkultur.
Konträr dazu die Kinder-Kol-La-Garde. Die Funkenmariechen wurden auch diesmal wieder ihrer ganz besonderen Rolle gerecht: Sie zogen in ihren rot-weißen Uniformen die Blicke aller Zuschauer auf sich und sorgten mit ihrer schmissigen Choreografie für gute Stimmung.
Viel zu sehen gab es auch bei den Little Magic’s. Die Nachwuchsgruppe der Faschingsgesellschaft Lechana stellte nicht nur ihre Tollitäten Julia II. und Niklas I. vor, sie gewährten auch einen magischen Einblick ins „Schloss Anderswelt“. Dort trafen die Besucher auf eine edle Prinzessin, einen coolen Prinzen und andere Gäste wie Geister, Spinnen, Fledermäuse und Vampire – und das zu flotten Tänzen und farbenprächtigen Kostümen.

Badewanne voll mit Entenkacke

Die Kinder-Kol-la lebte überhaupt von Gegensätzen. Ein weiteres Beispiel dafür waren die „Eklis“. Sie bezeichneten sich „schmuddeliger als die grünen Olchis“. In ihrem neu eröffneten Gasthaus auf dem Müllberg gab es – natürlich – die ekligsten Speisen, 30 Jahre alten moderigen Apfelsaft und eine Badewanne voll mit Entenkacke.
Da waren die „Minions“ dagegen wahre Rauscheengel. Mit viel Schwung und einer großen Portion Situationskomik durchleuchteten sie das Alltagsgeschehen in Gersthofen. Dabei rieten sie den Stadträten, ihren Verstand einzusetzen: „Gehirn ist keine Seife. Es wird nicht weniger, wenn man es benutzt.“
Was so alles im fernen Urlaubshotel und am Strand abgeht, widerspielte auf amüsante Weise der Sketch „Animatione“. In der bedauerlichen Rolle: ein Animateur, der die Urlauber vergeblich zu Aerobic, Tanzen oder Federballspiel anregen wollte.

Alte contra neue Helden

Ebenfalls gelungen die „Märchen im Wandel der Zeit“. Die Chöre der Sing- und Musikschule unter der Leitung von Susi und Robert Kraus verkörperten die Helden der Kindheit und ihre heutige Konkurrenz. Das kam mit viel Engagement und Emotionalität von der Bühne: Pumuckl, Heidi, Pippi Langstrumpf und Biene Maja im originellen und witzigen Behauptungskampf mit Superman, Spiderman & Co.
Die „Alltagsmenschen“ - die viele Monate Gersthofens Innenstadt verschönert hatten - führten wieder in die Realität. Sie servierten zwischenmenschliche Alltagsprobleme und kommunalpolitische Weisheiten. „Cool School“ bescherte ebenso Unterhaltung der besonderen Art, nämlich Unterricht im Bierzelt, nachdem die bestellten Schulcontainer für das Paul-Klee-Gymnasium nicht rechtzeitig geliefert wurden. Die Schüler, in Schuluniform - Dirndl und Lederhose - gewandet, lernten dabei Slogans wie den Unterschied zu Streaming, TV und Taschengeld: Streaming hört man, Fernsehen sieht man und vom Taschengeld sieht und hört man nichts.

Tollkühne Hebefiguren und tänzerischer Charme

Viel Augenmerk richtete die Kinder-Kol-La auf Tanz und Bewegung. Auf diesem Sektor verblüfften einmal mehr die Turner des TSV Gersthofen als „bayrische Buabn“ mit einem rasanten Bühnenspektakel. Eine örtliche Tanzschule tauchte mit pulsierenden Rhythmen und einer homogenen Choreografie in „Rios buntes Neonfieber“ ein. Die Lechana mit ihrem Prinzenpaar Eva II. und Florian I. lieferte unter dem Motto „New York City - Here We Come“ eine atemberaubende Tanzshow ab.
Absolute Höhepunkte waren die Auftritte der Akrobatikgruppen des TSV Firnhaberau. Ihre Beiträge „Magica Time Of My Life“ und „Tetris“ beinhalteten eine temporeiche Abfolge von Superlativen. Die teilweise tollkühnen Hebefiguren, gepaart mit tänzerischen Charme, veranlasste das Publikum zu lautem Beifall und Bravo-Rufen.

Von Siegfried P. Rupprecht
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