Feuerwehr am Limit

Die Freiwillige Feuerwehr Gersthofen ehrte langjährige Vereinsmitgliedert. Unser Bild zeigt vorne (von links) Franz Gai, Anton Stegmüller und Otto Hierhammer sowie hinten Vorsitzender Bernhard Happacher, Josef Janiger, Erwin Bleicher, Johann Hammel und Kommandant Wolfgang Baumeister. Foto: privat

Die Freiwillige Feuerwehr Gersthofen muss immer häufiger ausrücken. Dabei kommen die Retter mehr und mehr an ihre Kapazitätsgrenzen. Das könne eine Freiwillige Feuerwehr auf Dauer nicht mehr leisten, bilanzierte Kommandant Wolfgang Baumeister kritisch auf der Jahreshauptversammlung.

Bei der Veranstaltung wurden mit Anton Steiner, Richard Sedlmeir senior und Wilhelm Baumeister auch drei neue Ehrenmitglieder vorgestellt. Sie wurden für ihre langjährigen Verdienste um den Verein ausgezeichnet.
Geehrt wurden weiter langjährige Mitglieder. Auf 25-jährige Vereinszugehörigkeit blickten Anton Stegmüller, Erwin Bleicher und Johann Hammel zurück, auf 50-jäghrige Franz Gai und Josef Janiger. Gar auf sechs Jahrzehnte brachten es Otto Hierhammer und Anton Steiner.

Zahlreiche Fehlalarme

Doch zurück zum Bericht des Kommandanten: 2015 sei ein Rekordjahr gewesen, berichtete Baumeister: „Die Zahl der Einsätze stieg auf 394 an.“ Diese Zahl sei seit der Gründung der Feuerwehr im Jahr 1869 noch nie erreicht worden. Der absolute Großteil der Ausrückungen belief sich auf technische Hilfeleistungen. Hier war die Wehr fast 280 Mal im Einsatz.
Auch Fehlalarme beschäftigten die Floriansjünger. Sie waren für die Brandschützer besonders ärgerlich. Schließlich mussten die Aktiven deswegen häufig ihren Arbeitsplatz verlassen und stellten dann fest, dass keine Einsatzkräfte gebraucht wurden. Über 70 Mal rückten sie im vergangenen Jahr umsonst aus. Die tatsächlichen Brandeinsätze summierten sich dagegen lediglich auf die Hälfte der Fehlalarme. Der Rest waren sogenannte „Sicherheitswachen“.
Eigentlich hätten die Einsatzzahlen zurückgehen müssen, meinte der Kommandant. Als Grund dafür führte er bestimmte technische Hilfeleistungen wie die Beseitigung von Wespen an, die von der Feuerwehr nur noch im Notfall übernommen werden. Diese Aufgabe liege mittlerweile bei Privatfirmen.

Herausforderungen mit Bravour gemeistert

Noch absolviere die Wehr die Herausforderungen mit Bravour, resümierte Wolfgang Baumeister. Er nannte aber auch die Grenzen bei den Ehrenamtlichen. „Zur echten Belastung werden die Mehrfachalarmierungen an einem Tag“, verdeutlichte er.
Diese Einsatzvielfalt ließ ihn auch Alarm schlagen. Die Gersthofer Wehr werde teilweise bis zu fünf Mal am Tag und bis zu 50 Mal im Monat alarmiert. Damit bewege sich eine Freiwillige Feuerwehr auf Dauer am absoluten Limit, so Baumeisters Fazit.
Der Kommandant erläuterte weiter, dass es mit diesen Einsätzen alleine nicht getan sei. Die 92 Aktiven der Wehr, darunter 17 Jugendliche, mussten auch anderweitig noch ran. So bildeten sei sich in 83 Übungen weiter.

Entspannte Vereinsaktivitäten

Entspannter ging es bei den Vereinsaktivitäten zu. Vorsitzender Bernhard Happacher erinnerte an 17 Veranstaltungen. Dabei machte er auch auf das in drei Jahren stattfindende 150-jährige Gründungsjubiläum der Feuerwehr aufmerksam. Die Vorbereitungen dazu seien bereits angelaufen, betonte er. (spr)
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