Freiraum für eine andere Welt

Das AWO-Seniorenzentrum in Gersthofen erhält einen Gerontogarten. Er entsteht im Innenhof der Anlage Foto: Siegfried P. Rupprecht

Ende gut, alles gut: Die Finanzierung des Gerontogartens im Gersthofer Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) an der Kreuzstraße ist in trockenen Tüchern. Ausschlaggebend dazu sei ein Zuschuss aus der ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ gewesen, teilt die AWO mit.
Die Förderung beträgt rund 24.000 Euro. Damit sei die Errichtung eines hauseigenen Gerontogartens gesichert, macht die Einrichtung weiter aufmerksam.

Um die Errichtung des Gartens hatte es zuletzt eine Diskussion im Sozial- und Ordnungsausschuss der Stadt Gersthofen gegeben (wir berichteten). Anlass dazu war ein Antrag der AWO um Zuschuss, den die Stadträte zunächst kritisch hinterfragten und schließlich ablehnten.

Garten der Sinne

Rationales und logisches Denken gehen bei dementen Menschen meist verloren. Sie nehmen ihre Umwelt oft nur noch über die Gefühlsebene wahr. Gerontogärten gehen auf diese Situation ein. Sie sind auf die Erzeugung sinnlicher Erlebnisse und auf die Bedürfnisse der Erkrankten ausgerichtet. Sie sprechen die Sinne der Demenzkranken an und erfüllen damit einen therapeutischen Zweck.
Ermöglicht wird dies durch die Schaffung verschiedener Gefühlsräume, die sich zu einer harmonischen Einheit fügen. Mit gezielt eingesetzten Farben, Materialien, Pflanzen, Gegenständen sowie Klang- und Wasserspielen werden Gefühle ausgelebt und verlieren ihre oftmals bedrückende Intensität.

Beschützende Lage

Der Gerontogarten entsteht im Innenhof des AWO-Seniorenzentrums. Wichtig sei gerade diese beschützende Lage, betont Heimleiter Markus Schimpel. Sie ermögliche es den Patienten, nach Herzenslust Stille und Zurückgezogenheit zu genießen – und das ganz ohne Aufsichtspersonal.
Das Projekt umfasst rund 112 Quadratmeter. Erreichbar ist es über einen barrierefreien Zugang. Es beinhaltet unter anderem Sitzplätze, Beete, ein Hochbeet sowie einen Quellstein mit Wasserlauf.
Wenn alles nach Plan verläuft, soll der Garten bereits im Herbst eingeweiht werden. Die Baukosten belaufen sich auf rund 70.000 Euro. Sie werden - abzüglich des Zuschusses aus der Fernsehlotterie - von der Arbeiterwohlfahrt getragen. (spr)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.