Gersthofer Hallenbad: „Charakter des Gebäudes auf jeden Fall erhalten"

Robert Sterr meint zur Erneuerung des Hallenbades Gersthofen, dass der Charakter erhalten bleiben soll.

Der Werkausschuss akzeptiert drei Umbau-Module. Das Bad soll für junge Familien attraktiver werden.

Nach wie vor stellt sich die Frage, ob das mittlerweile 45 Jahre alte Gersthofer Hallenbad saniert werden soll – oder ob sich die Stadt doch noch für einen Neubau entscheidet. Der Werkausschuss hat nun einige Ideen erörtert, wie das Anfang der 1970er Jahre errichtete Gebäude aktualisiert werden könnte. „Es geht darum, das Bad zukunftsfähig und attraktiv zu machen“, so Pressesprecherin Ann-Christin Joder.

Weiteres Vorgehen ist noch unsicher

Wie ein Gutachten bereits im Herbst letzten Jahres ergeben hatte, ist das Hallenbad grundsätzlich sanierungsfähig. Ein Ergebnis, das im Stadtrat für Erleichterung gesorgt hat. In trockenen Tüchern ist das weitere Vorgehen jedoch nicht: „Das entsprechende Gutachten bezüglich der Gerfriedswelle steht noch aus“, erklärt die Referentin. Erst wenn beide Ergebnisse auf dem Tisch liegen, können im Stadtrat weitere Entscheidungen getroffen werden.

Veränderungen am Hallenbad

Was das Hallenbad betrifft, so war man sich im Werkausschuss einig, dass mögliche Veränderungen sehr behutsam erfolgen sollen. Dazu unterbreitete Robert Sterr vom Ingenieurbüro „Fritz Planung“ aus Bad Urach dem Ausschuss fünf verschiedene Vorschläge, über die jeweils abgestimmt wurde. Drei dieser sogenannten Module wurden schließlich in Erwägung gezogen: So soll ein etwa 25 Quadratmeter großes Kleinkindbecken in Zukunft die jungen Familien aus der Umgebung ansprechen. Ruheliegen für zehn bis 15 Besucher am Rand ergänzen den Komplex. Wo genau dieses Becken installiert werden könnte, steht noch nicht fest. In der Diskussion sind sowohl die Längs- wie auch die Querseite der Halle. Die Kosten liegen bei 1,24 Millionen Euro. Positive Resonanz fand im Werkausschuss auch die Anregung, ins Gersthofer Bad mehrere Wärmebereiche einzubauen, beispielsweise in Form von Infrarot-Lampen. Darüber hinaus fand der Vorschlag Gehör, die Gastronomie aus dem Außen- in den Innenbereich hinein zu erweitern. Die Schwimmer könnten dann neben dem Training etwas konsumieren. Der dafür nötige Umbau wird derzeit mit 443000 Euro veranschlagt.

Weitere Module werden nicht durchgeführt

Nicht weiter verfolgt wird hingegen das Modul, ein Außenbecken mit Terrasse zu errichten. Außerdem lehnten es die Vertreter der Parteien ab, eine rund 120 Meter lange, 1,4 Millionen Euro teure Großrutsche in Erwägung zu ziehen. Gemäß der Vorstellung des Ingenieurbüros sollte diese vor allem die Jugendlichen ins kühle Nass ziehen. Dazu Robert Sterr gegenüber der „Stadtzeitung“: „Es darf in jedem Fall kein Spaßbad werden, der Charakter muss erhalten bleiben.“ Wie Peter Schönfelder (SPD/Grüne) in der Sitzung erklärte, will man nicht in Konkurrenz zum Neusässer Titania-Bad treten.

Erste Reperaturarbeiten schon 2016

Dass neben dem Frei- auch das Hallenbad einer Sanierung bedarf, stand seit längerem fest. Im Spätsommer wurden dort dann auch eingegriffen, um die Sicherheit der Badegäste zu garantieren; die erforderlichen Arbeiten wurden daher nicht bis zur endgültigen Standortentscheidung vertagt. So unterzog man die Decke der Schwimmhalle einer gründlichen Instandsetzung. Dabei wurden die maroden Dachträger (Leimbinder) von Spezialisten repariert. Der Schwimmbetrieb konnte letztes Jahr dann doch erst Anfang November aufgenommen werden, da die beauftragte Firma den Auftrag aus Zeitgründen verschieben musste. Dennoch gilt: Wie Diplom-Ingenieur Maximilian Engelhart erklärte, ist die Raumaufteilung in der Schwimmhalle an der Brucknerstraße „nach wie vor auf einem sehr guten Stand.“ Dies gelte ebenso für die Substanz des Gebäudes. Es wäre daher „schade, wenn man solch ein Gebäude verschwinden ließe.“

Es mangelt an Einigem

Allerdings fehle es nach wie vor an Stauraum sowie an Pausenräumen für das Personal. Zudem müssten die sanitären Anlagen modernisiert werden. Bürgermeister Michael Wörle teilte mit, dass im Juli abschließend über das weitere Vorgehen bezüglich der Traditions-Anstalt beschlossen werde. Für den Fall, dass nicht saniert wird, muss entschieden werden, ob und wo ein Neubau - eventuell ein Kombi-Bad an der Sportallee - realisiert wird.
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