Hansjürgen Gartner stellt im Rathaus Gersthofen aus

Wann? 07.04.2017 bis 09.06.2017

Wo? Rathaus Gersthofen, Rathauspl. 1, 86368 Gersthofen DE
Gegenüberstellung
 
Totentanz
Gersthofen: Rathaus Gersthofen |

"Druckgrafik und Objektkunst - eine Zeitreise aus unterschiedlichen Schaffensphasen, mit großem handwerklichen Können in Radierung und Lithographie" - so führte Bürgermeister Michael Wörle in die Ausstellung im Rathaus Gersthofen ein.

Im anschließenden Gespräch mit Günter Utz vom Kulturkreis Gersthofen äußerte sich der Künstler selbst zu seiner Arbeit und seinen Werken, die nach dem Studium (Textildesign in Wien) seit der Übersiedlung nach Augsburg in den 60er Jahren entstanden.

"Eigenleben" von Druckgrafiken

Die besondere Bedeutung und Faszination der sehr zeitintensiven Druckgrafik besteht für ihn im "Eigenleben" dieser Technik, die in besonderem Maße auch den Zufall als kreative Möglichkeit mit einschließt.
In der persönlichen Auseinandersetzung mit einem Thema - welches im Übrigen bei allen Techniken "zu dem Künstler komme" und nicht umgekehrt - treten anfängliche Skizzen bei der Arbeit bald in den Hintergrund: Ein Thema muss den Künstler innerlich ergreifen und so intensiv beschäftigen, dass die Verbindung von Sehen, Fühlen und Denken auf die Druckplatte "transformiert" wird.

So wird z.B. die weibliche Figur in "Totentanz" nach und nach (drei Zustandsdrucke) immer deutlicher von einer dunklen, reduzierteren, aus dem Verborgenen zu kommen scheinenden Gestalt umfangen.
Bei einigen Drucken werden Assoziationen mit dem Phantastischen Realismus der Wiener Schule geweckt (z.B. Schabkunstradierungen "Schmetterlingsmasken" oder "Januskopf").
Im Gegensatz zu der Überlieferung aus der griechischen Mythologie vermittelt "Pasiphaé" eine eher sanfte, Mensch und Tier im Wesen verbindende Botschaft an den Betrachter.

Kontrast zu Grafikan: Miniinstallationen

Den Kontrast zu den Grafiken in der Ausstellung bilden die Objektkästen oder "Miniinstallationen". Gartner verweist auf seine "Sammlernatur", die Gegenstände, Gebrauchsgegenstände miteinander verbindet, in neue Zusammenhänge stellt, umdeutet. So werden Geschichten erzählt, vielfältige Assoziationen, aber auch Irritationen im Betrachter hervorgerufen. Die Miniinstallation "Kreuzigung" - eine klassische Christusgestalt am Kreuz - in der Art einer Hinterglasmalerei, in einen aus rostigem Stacheldraht gewundenen "Kranz" mit Vogelfedern mündend.
Im Vergleich dazu eine Radierung mit dem Titel "Kreuzigung", in welcher sich der Körper zurückzunehmen und in physischer Auflösung begriffen scheint.

Im Objektkasten "Gegenüberstellung" zwei Tierschädel, vermutlich einem Pflanzen- und einem Fleischfresser zugehörig, im Umfeld ein rostiges Stahlseil und ein Eisengestänge - glücklich und artgerecht war das Leben dieser Tiere sicher nicht.

Im Aufgang des Rathauses wird der Besucher mit der großflächigen Hängung "Es" empfangen, geschaffen für den Skulpturenpfad in Friedberg.
Als Bereich des Unbewussten und Triebhaften, als "Lustprinzip" alle Phasen des menschlichen Lebens "durchwebend" - hier im ganz konkreten Verständnis des Begriffes.
Mit zunehmender Reife verinnerlichen wir - so ist die funktionierende Gesellschaft strukturiert - dann das "Realitätsprinzip"...

Hansjürgen Gartner: Kunstpreis fürs Lebenswerk

Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt Hansjürgen Gartner 2015 den Kunstpreis des Bezirks Schwaben für sein Gesamtwerk, mit dem eine umfangreiche Ausstellung aus vier Jahrzehnten verbunden war.
Auf die Frage nach zukünftigen Plänen kündigt der Künstler etwas "Ruhe" an - diese allerdings wird bereits geprägt von der Organisation einer Ausstellung mit internationalen Künstlern, die sich mit geopolitischen Entwicklungen und deren schwerwiegenden Folgen auseinandersetzt.

"Ein Thema müsse etwas mit dem Künstler machen" - so Gartner.
Diese Ausstellung wird etwas mit den Besuchern machen, die sich auf die Werke einlassen!

Termine der Ausstellung

Dauer der Ausstellung: 7. April - 9. Juni 2017
Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 8 - 12 Uhr
Mi 8 - 13 Uhr
Mo 13.30 - 16.30 Uhr
Do 13.30 - 18.00 Uhr
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