Im Dialog mit jungen Leuten

Die „Nachtwanderer“ in Gersthofen tragen dazu bei, mögliche Konflikte unter Jugendliche oder Probleme mit Anliegern schon im Vorfeld zu entschärfen. Kürzlich organisierten die Freiwilligen für die Besucher des Jugendzentrums ein Steaksemmel-Essen, um den gemeinsamen Dialog aufrechtzuerhalten. Mit dabei auch Stadtjugendpfleger Markus Wolf (links ) und dritter Bürgermeister Reinhold Dempf (rechts daneben). Foto: privat

Es war Gummistiefelwetter mit Regenschirmen und einer Regenplane. So hatten die „Nachtwanderer“ der Stadt Gersthofen ihr Steaksemmel-Essen für die Jugendlichen im Jugendzentrum an der Donauwörther Straße nicht vorgestellt. Wolfram Goschin meinte dann auch lapidar: „Selten waren wir Nachtwanderer soooo nass geworden.“ Die Geselligkeit litt dennoch nicht darunter. Es war viel los und die Teilnehmer hatten Spaß und gute Laune. Und: Alle 100 Steaks wurden gegessen.

Dabei startete das von den Nachtwanderern organisierte und von der Metzgerei Weißenhorn und Bäckerei Jindra gesponserte Fest anfangs noch trocken. „Die Grillkohle wurde unter leichtem Sonnenschein entzündet“, vermerkte Wolfram Goschin im „Nächtebuch“. Darin schildern die Nachtwanderer in einer Art Chronik ihre jeweiligen Einsätze.
Schon bald entstanden kleinere Gespräche. Die Nachtwanderer informierten über ihr Projekt, dass sie am Wochenende nachts in Gruppen von mindestens drei bis vier Personen durch Gersthofen „wandern“. „Wir besuchen hauptsächlich die Orte, an denen sich auch die Jugendlichen treffen“, so das Team. „Durch unsere Anwesenheit sollen mögliche Konflikte bereits im Vorfeld entschärft werden. Wir wollen dazu beitragen, dass sich die Jugendlichen abends und auch nachts angstfrei bewegen können.“
Dies wurde von den jungen Leuten positiv aufgenommen. Aber auch das Steaksemmel-Essen selbst. Es sei toll, dass jemand etwas für uns veranstaltet und das auch noch kostenlos“, hieß es anerkennend.

„Geplante Skateanlage ist wichtig“

Die beginnenden Gespräche zu Jugendthemen wie die Skateanlage am Eichenlohweg mussten dann allerdings vom Grill in die Räumlichkeiten des Jugendzentrums verlegt werden. Der Regen wurde nämlich stärker. Wolfram Gochin formulierte es im „Nächtebuch“ so: „Die kleinen Pfützen wurden Teiche. Nur das Quaken von Fröschen fehlte.“
In Gersthofen gebe es für Jugendliche zu wenige Möglichkeiten, sich ungestört aufzuhalten, meinten die jungen Leute beim Smalltalk mit den Nachtwanderern. Schon gar nichts unter freiem Himmel. Deshalb sei die neu geplante Skateanlage so wichtig. Dort könne man sich untertags, am Abend und an den Wochenenden sportlich betätigen oder sich einfach nur Treffen, Toben, Feiern oder Quatschen.

Präventive Maßnahme

Bei den Nachtwanderern trafen die Jugendlichen damit auf offene Ohren. Eine neue und hochwertige Anlage stelle eine weitere präventive Maßnahme für die Kinder und Jugendlichen der Stadt dar, machte das Team aufmerksam. Die Kosten dieses Projekts müssen einer Stadt wie Gersthofen ihren Kindern und Jugendlichen wert sein. Diese Investition sei hier bestens angelegt, erklärten die Nachtwanderer.
Ihr Leiter Hermann Rosenwirth steuerte noch eine besondere Ergänzung bei: „Wir Nachtwanderer haben auf dem Halfpipe-Areal noch nie angetrunkene Jugendliche angetroffen.“ Dieses Freizeit- und Sportvergnügen sei wohl so anspruchsvoll, dass es keine Drogen zulässt.
Die ebenfalls anwesenden Vertreter der Stadt - dritter Bürgermeister Reinhold Dempf, Elena Gillmann, die bei der Kommune für Kinder, Jugend und Soziales zuständig ist, und Stadtrat Christian Miller - nahmen dies mit Wohlwollen zur Kenntnis. (spr)
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