Mehr Verantwortung gefordert

Dr. Manfred Link (rechts) und Eugen Wittmann vom Seniorenbeirat der Stadt Gersthofen fordern nach mehr Verantwortung. Sie fordern, dass die Stadtverwaltung die Interessenvertretung der älteren Genration besser einbinde. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Viele Menschen haben Angst vor Verantwortung. Sie verbinden damit viel Negatives und Gefährliches. Nicht so der Seniorenbeirat der Stadt Gersthofen. Er fordert sogar mehr Verantwortung. Dieser Appell richtet sich an die Stadtverwaltung. „Wir möchten als Interessenvertretung für ältere Menschen von der Stadt in ihren Entscheidungen mehr eingebunden werden“, so Vorsitzender Dr. Manfred Link im Gespräch mit unserer Zeitung. „Nur so können wir uns für die Belange der älteren Generation effektiv einsetzen.“

Link, aber auch Beiratsmitglied Eugen Witmann, beklagen sich darüber, dass der Seniorenbeirat wichtige Themen zu den Bedürfnissen der älteren Einwohner von der Stadtverwaltung oft nur zufällig erfahre. Das sei eine unbefriedigende Sache, meint Wittmann.
Er ist es auch, der auf die Wichtigkeit des Seniorenbeirats hinweist. Im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel gewinne dieses Gremium immer mehr an Bedeutung, betont er. Der Seniorenbeirat sei es, der sich mit Nachdruck für die Wünsche und Interessen der Älteren einsetzt. Als neutrales und überparteiliches Organ habe er viel Potenzial und sei – nicht zuletzt auch durch die zahlreichen Geburtstagsbesuche bei älteren Menschen im Auftrag der Stadt – vor Ort am Puls der Zeit.

„Keine Alibifunktion“

„Wir handeln nach dem Motto ,Gemeinsam statt einsam‘“, ergänzt Manfred Link. Doch diese Prämisse sei nur mit Leben zu erfüllen, wenn der Seniorenbeirat auch die für ihn wichtigen Informationen erhält. Hier sei die Stadtverwaltung in der Bringschuld, verdeutlicht der Vorsitzende.
In anderen Städten funktioniere dies auch, ergänzt Eugen Wittmann. Augsburg sei ein Beispiel dafür. Gleichzeitig stellt Manfred Link unmissverständlich fest: „Der Seniorenbeirat ist keine Alibifunktion. Wir kümmern uns und handeln auch.“
Nun will der Beirat in die Offensive gehen. „Wir suchen im Januar ein Gespräch mit Bürgermeister Michael Wörle“, so die Beiden. Damit solle ein Umschwung eingeleitet werden.

Friedhofswege verbessern

Nur zufällig erfahren hat der Seniorenbereit nach eigenen Angaben auch die Vorplanungen zur Barrierefreiheit bei der Bahnhofsneugestaltung. „Dieses angestrebte Konzept können wir nur begrüßen“, so Link. „Wir hätten uns aber sehr gefreut, wenn man in diesem Zusammenhang im Vorfeld auf uns zugegangen wäre.“
Aber nicht nur das Bahnhofsareal liegt dem Gremium am Herzen. Auch die Wegegestaltung im alten Teil des Gersthofer Friedhofs hat der Beirat im Auge. „Damit die älteren Menschen, die den Friedhof teilweise mit Rollatoren und Rollstühlen aufsuchen, dort besser laufen können, schlagen wir vor, eine Wegbreite von 1,2 Meter zu asphaltieren“, so Link. Dies habe sich bereits im neuen Friedhofsteil bestens bewährt. „Schön wäre es, wenn wir zu diesem Vorschlag eine zeitnahe Antwort erhalten würden“, meinte Link.
Stark machen will sich der Beirat zudem für ein Buswartehäuschen am Hallenbad. Hier sei weit und breit keine Unterstellmöglichkeit, bemängelt Eugen Wittmann. „Hier kommt ein Antrag von uns an die Stadt“, ergänzt er.
Mehr Informationen fordert das Gremium dagegen beim geplanten Geronto-Garten im AWO-Seniorenzentrum (wir berichteten). „Wir sagen zu diesem Projekt grundsätzlich Ja“, sagt Link, „aber die uns dazu vorgelegten Daten und Fakten sind einfach zu wenig.“
Priorität wird beim Seniorenbeirat in Zukunft das Thema Demenz haben. „Allein in Deutschland gibt es rund 1,6 Millionen Demenzkranke und das mit steigender Tendenz“, erklärt Eigen Wittmann. Mit gezielten Vorträgen und Aktionen will das Gremium diese Krankheit aus der bisherigen Anonymität herausführen.

Von Siegfried P. Rupprecht
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