Nicht festgezurrt, aber ambitioniert

So sehen „Menschenbilder“ des Künstlers Hubert Balze aus. Eine Auswahl seiner Werke stellt er im Gersthofer Rathaus aus. Repro: Siegfried P. Rupprecht

Hubert Balze ist ein Künstler, der mit der Tradition fest verwurzelt ist, dennoch aber mit modernen Techniken arbeitet. Fragmente von alten Bildern und Fotografien setzt und arrangiert er neu zusammen. Damit stellt er sich auch den Zwängen und Befindlichen, denen die Menschen unserer Gesellschaft gegenüberstehen. Der Künstler aus Aystetten stellt auf Einladung des Kulturkreises Gersthofen im Rathaus Malereien und Grafiken unter dem Titel „Menschenbilder“ aus. Die Auswahl umfasst Arbeiten aus den Jahren 1965 bis 2015. Vernissage ist am Freitag, 3. Juni, um 20 Uhr.

Seine Bildkompositionen sind nicht festgezurrt, folgen keinem bestimmtem Schema. Nicht selten wirft er damit Fragen auf, fordert den Betrachter heraus. Seine Menschenbilder spielen mit Haltungen und Gesten, mit Nachvollziehbarem aber auch Absurdem. Er zaubert Individuen, um sie anschließend in Frage zu stellen. So gelingen ihm besondere Aussagen, die mal eindringlich und ambitioniert sind, zum anderen wieder Skepsis oder einen neuen Kontext signalisieren.
Hubert Balze, 1936 in Reichenau in der Oberlausitz geboren, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit seiner Familie nach Stadtbergen umgesiedelt. Er studierte Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste München. Von 1966 bis 1999 war er als Kunsterzieher am Gymnasium bei St. Anna in Augsburg tätig. 1970 erhielt er den Kunstpreis des Bezirks Schwaben, 2007 den Kulturpreis der Stadt Neusäß.

Farben, die auch mal anspringen

Auch seine „Menschenbilder“ offenbaren, dass sein bevorzugtes Stilmittel die Farbe an sich ist. Mischtechniken wie Ei-Tempera und Ölfarbe bringt er zum Strahlen. Ja, sein Herz gilt den leuchtenden und kräftigen Farben, die er gerne flächig bearbeitet und die den Betrachter zuweilen schon mal „anspringen“. Bei allen künstlerischen Belangen geht es Hubert Balze aber immer auch um die Zwänge in unserer Gesellschaft, die sich auf verschiedenster Art und Weise präsentieren.
Bei der Vernissage im Gersthofer Rathaus spricht Bürgermeister Michael Wörle die Grußworte. Die Vernissagerede hält die Kunsthistorikerin Dr. Sylvia Jäkel-Scheglmann. Musik steuert das Akustikduo „Stasch & Brückmann“ bei. (spr)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.