Niveau, Reife und Präzision

Dem Kinderchor der Sing- und Musikschule Gersthofen flogen mit „Ach, ich liebe nur Spaghetti“ die Herzen des Publikums zu. Foto: Siegfried P. Rupprecht
 
Das Vokaltrio „Cloudberries“ zelebrierte mit dem Hit „Joleene“ perfekte Homogenität. Foto: Siegfried P. Rupprecht

So vielschichtig, bunt und facettenreich wie ihr musikalisches Angebot an Kinder, Jugendliche und Erwachsene war auch das Repertoire, das die Sing- und Musikschule bei ihrem Jahreskonzert in der ausverkauften Stadthalle präsentierte. Einmal mehr zeigten dabei Groß und Klein eindrucksvoll ihr erworbenes Können.

Die Aufführung wurde aber nicht nur wegen der erstaunlichen musikalischen Reife und Perfektion der Mitwirkenden zu einem vollen Erfolg. Einen beachtlichen Anteil daran hatten auch die „Zwerger-Girls“. Die drei Schwestern Elisabeth, Franziska und Maria Zwerger führten als Moderatorinnen stilsicher und charmant durchs Programm. In ihren schmucken Stewardessenuniformen nahmen sie das Publikum mit auf eine musikalische Reise an Bord der „MS (Musikschule) Gersthofen“.
Das Konzert spannte einen Bogen von Rock über Pop bis hin zu Musical und Klassik. Dabei galt das besondere Augenmerk der Zuschauer immer wieder den ganz jungen Akteuren, so den Kindern der Musikalischen Früherziehung, die „Ach, ich liebe nur Spaghetti“ sangen, oder den kleinen Ballerinas des Balletts, die mit fröhlicher Leichtigkeit und viel Liebe zum Detail Ausschnitte aus „Aristocats“, „Bärenbrüder“, „Chitty Chitty Bang Bang“ und „Tanz der Stunden“ zeigten. Die Ballett/Jazz-Formation begeisterte darüber hinaus mit ihrer Darbietung zu „Anne Get Your Gun“.
Auch der Kinderchor und der Chor 2 wussten den Zuhörern zu gefallen. Der erstere trug gekonnt den Titel „Seht und hört, heut‘ machen wir Musik“ vor, der zweite den Namika-Hit „Hallo Lieblingsmensch“.
Einen weiteren Hörgenuss bildeten die Instrumentalisten. Das Gitarrenensemble unter der Leitung von Roland Jäger zeigte, dass es sowohl flotte als auch ruhigere Klänge beherrschte. Die Hackbrett-, Zither- und Veeh-Harfe-Musiker unternahmen gemeinsam einen Ausflug in die volkstümliche Musik.

„Rock Bum Krach“

Ganz gegensätzlich dazu die Big Band unter der Stabführung von Christian Schmerder. Die 19 Musiker waren der Inbegriff knackiger Rhythmen und einer geballten Ladung Bläsersounds. Aber auch die beiden Bläserklassen-Jahrgänge aus der Kooperation der Musikschule mit Mittelschule und Gymnasium zeigten mit „Rock Bum Krach“, dass Musik nicht nur viel Spaß, sondern auch Freude bereitet.
Viel Schwung brachte zudem das Nachwuchsorchester „Sunny Mood“ von Gerhard Schuster mit dem „Coconut Song“ ein. Es feierte heuer sein zehnjähriges Jubiläum. Etliche Musiker haben dem Klangkörper bis heute die Treue gehalten. Ihr beachtliches Niveau unterstich das Orchester mit der voluminösen „Star Wars Saga”.
Die Musikschule fördert immer wieder bemerkenswerte Gesangstalente, so Michaela Schemmel und das Trio „Cloudberries“. Die Solistin sang mit viel Einfühlungsvermögen und Präsenz den Miley-Cyrus-Titel „When I Look At You". Die „Cloudberries“ - Nicole Kalinowski, Alexandra Rehberger und Carmen Kraus - erreichten bei Dolly Partons „Joleene“ eine perfekte Homogenität und ein ausgewogenes Verschmelzen ihrer drei Stimmen.

Musikalische Lebendigkeit

Auch nach der Pause ging die flotte Musikfahrt mit Präzision und klanglicher Ausgewogenheit weiter. Dazu trugen das E-Gitarren Ensemble („The Zephyr Song“) unter der Leitung von Roland Jäger, die „Violinchen“ von Issy Wanner mit einem „Medley aus drei Ländern“ und die „Gersthofer Stadtstreicher“ von Susanne Weis mit einem Satz aus dem „Concertino G-Dur“ bei.
Als Klasse für sich erwies sich erneut das von Franz Schlosser geleitete Akkordeonorchester „Accordimento“. Es erzählte mit viel Magie und Begeisterung die Geschichte „Die Schöne und das Biest“. Was kreatives Miteinander bedeutet, bewiesen die „Tastenkids“, das Seniorenensemble „Spätlese“ und die Sängerin Nicole Kalinowski von den „Cloudberries“. Die Bühnenaktiven wiesen ein Alter von sechs bis 79 Jahren auf und servierten mit „Bonjour“ und „I sing a Liad für di“ musikalische Lebendigkeit.
Pure Musikalität hatte auch der Erwachsenenchor im Gepäck. Er zelebrierte die beiden Finale – vor der Pause und am Konzertende - mit markanter Intensität. Dabei entpuppten sich das Beatles-Medley und der Titel „Good Morning Starshine“ als anspruchsvolle Arrangements ohne akademische Distanz.
Eine besondere Ehrung erhielt Gerhard Schuster. Der „Sunny Mood“-Leiter bekam den Joseph-Anton-Vöst-Preis verliehen. Damit würdigte die Sing- und Musikschule das große Engagement und die hohe fachliche Qualifikation des Musikpädagogen.

Von Siegfried P. Rupprecht
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