Pulsierendes Gegeneinander

Die Werke der Künstlerin Gertraud Schoen (Bild) leben von Dynamik und Spannung. Sie vermitteln aber auch innere Einkehr. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Einst zog sie mit dem Skizzenbuch durch Amerika und Afrika, durchs Tessin und das Wattenmeer. Heraus kamen faszinierende Bilder und Zeichnungen sowie das Buch „No Shooting In Paradise“. Heute blickt die im Diedorfer Ortsteil Lettenbach lebende Gertraud Schoen im Lauf ihrer fast 40-jährigen freischaffenden künstlerischen Tätigkeit auf mehr als 5.000 Werke zurück. Von Freitag, 8. April, bis Freitag, 27. Mai, präsentiert der Kulturkreis Gersthofen nun eine Auswahl ihrer Werke im Rathaus. Die Bilderschau steht unter dem Motto „energie – (n)akte – natur“.


Gertraud Schoens Bilder beinhalten Dialoge voller Energie. Ihre Werke fallen durch die in sich wirkende Spannung, aber auch durch ihre besondere Technik auf. Starke Gegensätze ergänzt sie zu einem kompositorischen Gleichgewicht. Farbe, Form und Inhalt laden den Betrachter zu einer vielschichtigen Kommunikation ein und stellen eine eigene Bildsprache dar.
Experten bezeichnen die 74-Jährige als eine Meisterin der Landschaftsmalerei und der Auseinandersetzung mit dem Figürlichen. Das Unmittelbare in der Fremde, das dort vorgefundene Konträre und die animalischen Farben der Naturschauspiele finden bei ihr ebenso Aufnahme wie fließende Wasserbewegungen, gigantische Sandebenen und majestätische Bergmassive. Diese Werke leben von der Farbigkeit der Flächen, mal schwer und erdig, dann wieder licht und duftig. Die Vielseitigkeit des Entdeckten arbeitet sie mit gegensätzlichen Materialien, Strukturen, lauten und stillen Farbarealen, rhythmisch strukturierten Pinselstrichen und kräftigen Energielinien heraus.

Kontrastreich und fantasievoll

Ähnlich ihre Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur. Gertraud Schoens Figuren erscheinen teils relativ konkret, manchmal sind sie expressiv weiter gesponnen, dann wieder erscheinen sie nur noch als menschliche Gebärden. Dennoch ist alles organisch gewachsen, zuweilen kontrastreich und fantasievoll ausgelotet.
Gertraud Schoen ist ein vielseitiger Mensch. So beschäftigt sie sich auch intensiv mit sogenannten „Art Layers“, eine künstlerische Auseinandersetzung auf Plexiglas und Alu-Dibond. Hier bringt sie ihre Erfahrungen als Fotogravurzeichnerin ein. Die darin beinhalteten Choreografien sind Signale und Akzente, Zeichen der Vergänglichkeit und der Neuorientierung.

Zwischen Sein und Schein

Alle ihre Stilrichtungen sind jedoch ein frischer Cocktail aus Schein und Sein, aus Traum und Wirklichkeit. Ihr pulsierendes Miteinander der Farben und Formen entlädt sich in bildnerische Dynamik und Bewegung.
Die Vernissage ihrer Ausstellung im Gersthofer Rathaus ist am Freitag, 8. April, um 20 Uhr.

Von Siegfried P. Rupprecht
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