Sozialen Frieden erhalten

Gäste beim Bürgerempfang 2016 der Stadt Gersthofen in der Stadthalle: (von links) Landtagsabgeordnete Carolina Trautner, Stadtrat Karl-Heinz Wagner, Landtagsabgeordneter Harald Güller und stellvertretender Landrat Heinz Liebert. Foto: Siegfried P. Rupprecht
 
Viele Gäste des Gersthofer Bürgerempfangs nutzten – wie Manfred Langer (Bild) - die Gelegenheit, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Von großen Herausforderungen in den nächsten Jahren sprach Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle beim Bürgerempfang in der Stadthalle. Die Stadt stehe vor vielen Aufgaben, betonte er. Sie würden sowohl den sozialen als auch kommunalpolitischen Bereich tangieren.

So wolle die Stadt sich als „Kommune mit Energiebewusstsein“ etablieren, verdeutlichte der Rathauschef. Dazu habe sie bereits einen großen Schritt im Rahmen der lokalen Energiepolitik getan. Auch die Einführung der Ganztagesschule sei beschlossene Sache.
Für das neue Jahr nannte Wörle gleich eine Reihe von Schwerpunkten. Der Bahnhofsumbau stünde ebenso auf der Agenda wie die Neugestaltung der Innenstadt. Letztere müsse weiter an Fahrt aufnehmen, erklärte das Stadtoberhaupt.
Ein ehrgeiziges Ziel verfolgt die Stadt im sozialen Wohnungsbau. Hier habe die Kommune die Entstehung von jährlich rund 30 neue Sozialwohnungen im Visier, sagte Wörle. Er erinnerte zudem daran, dass die Stadt ihre Anteile bei den Gersthofer Verkehrsgesellschaft (GVG) auf 80 Prozent erhöht habe, Damit sei ein eigenständigeres Reagieren möglich. Für viele überraschend kam die Äußerung des Bürgermeisters, dass die Stadt die Straßenbahnverlängerung von Augsburg nach Gersthofen mit den fuggerstädtischen Stadtwerken vorantreibe.

Mehr Bürgerdialog

Wörle kündigte weiter an, dass die Gersthofer Stadtverwaltung besser als in der Vergangenheit aufgestellt werden solle. „Wir wollen weg von der reinen Verwaltung und hin zur gestaltenden Kraft“, betonte er. Dazu gehöre, den Dialog mit den Bürgern noch mehr zu auszubauen.
Eine Lanze brach das Stadtoberhaupt auch für das Ehrenamt. Als Beispiel dafür führte er die über 450 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren in Gersthofen im vergangenen Jahr an. In diesem Zusammenhang appellierte er an die örtlichen Unternehmen, Mitarbeiter, die sich bei den Feuerwehren engagieren, bei Einsätzen und Fortbildungsmaßnahmen freizustellen.

Schwierige Aufgabe

Breiten Raum widmete Wörle dem Asylthema. Es verändere nachhaltig die Gesellschaft, resümierte er. „Derzeit leben über 270 Flüchtlinge in Gersthofen.“ Bereits die Unterbringung sei eine enorme Aufgabe. Der weit schwierigere Teil stelle jedoch die Integration dar. „Daran arbeiten wir mit Nachdruck proaktiv. Eventuell falsche Entwicklungen wollen wir gleich direkt vor Ort entgegensteuern.“ Gleichzeitig verhehlte er nicht, dass der Erhalt des sozialen Friedens die größte Herausforderung der nächsten Jahre sei.

„Wir schaffen das“ bereitet große Sorgen

Stellvertretender Landrat Heinz Liebert reihte in seinem Grußwort einige Aufgaben und Ziele des Landkreises auf. So gelte das Augenmerk unter anderem der Gestaltung eines familienfreundlichen Umfelds. Der Landkreis nehme viel Geld in die Hand, um Entwicklungen im Sozial- und Bildungsbereich voranzutreiben.
Auch bei ihm hatte das Thema Asyl Priorität. Im Vordergrund stünde die menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge, betonte er. Die Feststellung „Wir schaffen das“ bereite dem Landkreis allerdings große Sorgen, meinte Liebert. In Anspielung auf die sexuellen Übergriffe unter anderem in Köln und Hamburg verdeutlichte er: „Wer Gewalt sät und ausführt, hat in Deutschland nichts zu suchen.“
Nach der Neujahrsansprache des Bürgermeisters konnten sich die zahlreichen Gäste ins Goldene Buch eintragen und sich über die Stadt informieren. Ansprechpartner der Stadtverwaltung und städtische Mandatsträger beantworteten Fragen der Besucher. Ortsvereine, der Seniorenbeirat und das „Zentrum für Bürgerengagement & Initiative“ (ZEBI) warben mit informativen Ständen für ihr Angebot. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Auf die Gäste warteten Getränke und ein kleiner Imbiss. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Musikverein Batzenhofen unter der Leitung von Andreas Maier.

Kostenloser Busshuttle

Damit auch Familien mit kleineren Kindern entspannt am Empfang teilnehmen konnten, bot die Stadt während des Bürgerempfangs eine Betreuung der Kinder an. Erzieherinnen sorgten mit Tisch- und Bewegungsspielen für Ablenkung und Unterhaltung. Darüber hinaus stellte die Stadt den Bewohnern der westlichen Stadtteile für den Besuch der Veranstaltung einen kostenlosen Busshuttle zur Verfügung. (spr)
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