Spitzbübisch und schadenfroh

Peter und Ingeborg Eder sorgten mit Oskar Maria Grafs „Bayerischem Dekameron“ für Ernstes und Deftiges. Foto: Dagmar Benz

Zum zweiten Mal lud die Kolpingfamilie Gersthofen zu „Literatur in der Werkstatt“, diesmal in die Schreinerei der Kolpingvorsitzenden Patricia Steiner und ihrem Mann Hermann, ein. Und erneut war die Lesung ein voller Erfolg. Maßgeblich dazu beigetragen hatte wieder Peter Eder.

Der Spielleiter und Schauspieler von „Theater Gersthofen hatte aus seinem Buchantiquariat „Das bayerische Dekameron“ von Oskar Maria Graf ausgewählt. Daraus suchte Eder fünf Kapitel aus, die sich mit der bayerischen Provinz, dem Dialekt und Fensterln und der Brautschau beschäftigen. Aber auch die Treue und die mehr oder weniger sittsamen Bäuerinnen und Mägde kamen darin zur Sprache.

Witziges und Ernstes

Die Zuhörer erfuhren dabei Witziges und Ernstes aus einer Spannweite von derber, klarer Ausdrucksweise, teilweise Frauen verachtenden Formulierungen, schadenfrohem Kichern und spitzbübischem, schadenfrohen Verhalten. Betroffen in diesen Anekdoten waren standhafte tüchtige Frauen, gehörnte Männer und ehrwürdige Honoratioren des Dorfes.
Die sonore Stimme von Peter Eder las im bayerischen Dialekt. Gekonnt betonte er die verschiedenen Stimmen der beschriebenen Personen und brachte die Kolpingmitglieder häufig zum Lachen.
Begleitet wurde Peter Eder von seiner Frau Ingeborg. Sie spielte auf dem Akkordeon virtuos bayerische Lieder und vertiefte damit Oskar Maria Grafs Wort mit viel Atmosphäre. Dafür gab es lang anhaltenden Applaus. (db/spr)
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