Start frei für Bürgerbegehren

Die Gersthofer Bürgerinitiative "Werte erhalten, Neues gestalten" initiiert ein Bürgerbegehren, um die Strasser-Villa zu erhalten. Fotos: Siegfried P. Rupprecht


Den Gersthofer Stadtratsbeschluss, die Strasser-Villa im Rahmen der neuen Zentrumsgestaltung und den Planungen zum sogenannten "Loch" abzureißen und darüber kein Ratsbegehren durchzuführen, nennt die Bürgerinitiative "Werte erhalten, Neues gestalten" um den früheren Bürgermeister Siegfried Deffner in einer Presseerklärung eine "große Enttäuschung". Der Zusammenschluss will nun ein erneutes Bürgerbegehren auf den Weg bringen.

Die Initiative moniert, dass mit dem Stadtratsbeschluss die Gersthofer Bürger derzeit keine Möglichkeit hätten, ihre Meinung zu diesem Thema zu äußern.

"Zudem wurde die einmalige Chance vertan, durch diese gesetzlich vorgesehene Möglichkeit den Rechtsfrieden in unserer Kommune herzustellen", resümiert Deffner für die Bürgerinitiative. "Denn einem solchen Bürgervotum hätten sich natürlich alle, auch unsere Bürgerinitiative, gebeugt."

Dabei geht die Initiative hart gegen die Stadtratsfraktionen von CSU und W.I.R., die über die Mehrheit im Gremium verfügen und für den Abriss der Strasser-Villa votiert hatten, vor. Es bleibe unerklärlich, warum diese Fraktionen durch ihr Abstimmungsverhalten ein solches Bürgervotum verhindert haben, heißt es. "Sie haben offensichtlich Angst, dass die Bürger nicht ihrer Meinung folgen."

Die Bürgerinitiative "Werte erhalten, neues gestalten" erinnert in diesem Zusammenhang an das Jahr 2011. Damals hatte sie mehr als 3000 Unterschriften gesammelt, mit denen der Erhalt der historischen Strasser-Villa verhindert werden sollte. Damals kam ein Bürgerentscheid nur deshalb nicht zustande, weil der Stadtrat mit großer Mehrheit - 26 zu vier Stimmen - dem Anliegen der Bürgerinitiative entsprochen hat.

Kein Zweifel am Erfolg

Die jetzige Sachlage habe die Mitglieder der Bürgerinitiative veranlasst, ein erneutes Bürgerbegehren zu initiieren, so die Pressemitteilung. Die Entscheidung dazu sei einstimmig gefallen. Am Erfolg mit der Sammlung der dazu erforderlichen 1300 Unterschriften habe die Bürgerinitiative keinen Zweifel, erklärt Deffner darin.

Der Zusammenschluss fordert die Stadt Gersthofen auf, bis zum Entscheid der Bürger keine weiteren Planungsschritte zur Strasser-Villa zu unternehmen, damit - wie er mitteilt - "keine unnötigen Kosten entstehen". (spr)
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