Strasser-Villa Gersthofen: Bürger sprechen von Erpressung

Im neu vorgestellten Baumodell wird die Strasser-Villa durch einen goldenen Würfel symbolisiert. Foto: Pletschacher


Der frühere Bürgermeister von Gersthofen Siegfried Deffner übergab Ende Oktober im Namen der Bürgerinitiative (BI) "Werte erhalten, Neues gestalten" an den amtierenden Bürgermeister Michael Wörle rund 2000 Unterschriften. Die Bürger hinter diesen Unterschriften fordern laut BI einen Bürgerentscheid, um erneut um den Erhalt der Strasser-Villa kämpfen zu können.

Wie mehrfach berichtet, will Investor Peter Pletschacher das von ihm erworbene Areal des sogenannten "Gersthofer Lochs" seit Jahren bebauen. Allerdings nur, wenn er das Grundstück samt Villa von der Stadt ebenfalls käuflich erwerben kann. Dies wurde von einem engagierten Teil der Gersthofer Bürger vehement abgelehnt - mit Erfolg.

Erst im August stellte der Dasinger Investor und sein Architekt ein weiteres neues Baumodell vor, indem die Villa durch einen goldenen Würfel "symbolisiert" dargestellt wurde. Pletschacher erklärte, der Würfel stelle in etwa die räumliche Dimension der Strasser-Villa dar, die nach wie vor seinem Bauvorhaben zwingend weichen soll. In einem weiteren Interview mit der StadtZeitung erklärte Pletschacher: "Wir planen entweder mit der vorgestellten Variante oder gar nicht." Diese sei auch vom Stadtrat positiv beschieden worden, einen Plan B habe er nicht. In einer Pressemitteilung der BI heißt es dazu, viele Bürger hätten diese Ankündigung, die Bebauung des "Gersthofer Lochs" erfolge nur mit dem Grundstück der Strasser-Villa, als Erpressung empfunden.

Weiter heißt es, Deffner habe bei der Unterschriftenübergabe erklärt, die überwiegende Bürgerschaft sei der Auffassung, dass die Villa, ein historisches Kleinod der Stadt, unbedingt bewahrt werden müsse. Ein Zitat lautet: "Die Bürgerinteressen hätten absoluten Vorrang vor dem Profitstreben des auswärtigen Investors Pletschacher." Der Gersthofer Stadtrat muss nun über die Zulässigkeit des Begehrens entscheiden, für die BI besteht darüber kein Zweifel.

Die BI fordert hierzu, es müsse dann über folgende Frage abgestimmt werden: "Muss die Strasser-Villa freistehend im Eigentum der Stadt bleiben und darf dieses Gebäude auch nicht abgerissen werden?"

Bei der Übergabe der Unterschriften habe sich laut BI der amtierende Bürgermeister Michael Wörle dahingehend geäußert, dass er diesen Bürgerentscheid befürworten und unterstützen werde. Er habe keinen Zweifel daran, dass der Entscheid zulässig sei.

Deffner berichtet weiter, man wolle die Öffentlichkeitsarbeit künftig erheblich verstärken, um die Bürger ausreichend über alle Belange zu informieren. Denn viele hätten sich unter anderem erschrocken darüber geäußert, dass in der jüngst vorgestellten Variante C anstelle der Strasser-Villa ein Gebäude errichtet werden soll, das doppelt so hoch ist, wie die gegenüberliegende Gaststätte "Zum Strasser". (Ulrike Hauke )
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