Vernissage Kulturkreis Gersthofen im Rathaus

Wann? 20.01.2017 bis 30.03.2017

Wo? Rathaus Gersthofen, Rathauspl. 1, 86368 Gersthofen DE
Gersthofen: Rathaus Gersthofen | " Weit oben ist ganz unten"
Spontan im Kulturkreis während einer Sitzung entstanden, wurde das Thema " ...und ganz do hint,do kenn i oin..." auf unterschiedlichen Ebenen ausgelotet:
Mithilfe eines Fernglases versucht eine Frau, weit Entferntes zu erkennen, für den einen ist "ganz hinten " " weit oben", für andere versteckt im "Containerbahnhof" oder "hinterm Fluss "!

Assoziationen bei "Schutzhaus" , "Kreuzgang " , "Ferne" oder "Angst" rufen "Sehnsucht" und "Hoffnung" hervor...
Was verbirgt sich hinter "Kennen" und "Erkennen" in letzter Konsequenz?
Die Suche nach sich selbst und das eigene Gespaltensein - z.B. in vier Gesichtern mit dem Titel "Der Andere in mir" oder das Bedürfnis nach Kommunikation in "Hallo Annelies" , "Wo bist du" versuchen das Thema individuell einzufangen.

Kartographische Verortung von Teilen der Londoner U-Bahn verschmelzen mit Stationen im fernen Süden - tief in uns überlagert und berührt sich alles Erlebte, wird zeitlich und im Bewusstsein vielleicht auch zum " ganz do hint "....

12 Gedanken zum Thema , mit sparsam eingesetztem Stift in Zeichnung umgesetzt, zeigen durchaus auch die zahlreichen Zweifel bei der Arbeit !!!

Manches Werk nimmt Gedanken Paul Klees auf, der " ganz hinten " in der letzten Koje des Ganges die Besucher erwartet.
Sein erstes freies Wochenende im Kriegsjahr 1917 , am 20./21. Januar , verbringt er in
Gersthofen, wo er in den folgenden 100 Jahren zur beständigen Inspiration werden wird.
In dem Ort, den er zunächst als " gottverlassene Gegend " empfand, noch dazu auf dem isolierten Flugplatzgelände in der Schreibstube beschäftigt, kann er Angst und Einsamkeit in mehr oder weniger heimliche Zeichenarbeit übertragen und bekämpfen - " Meine Hand ist ganz Werkzeug einer fernen Sphäre " - und schafft in dieser Zeit eine große Anzahl von Werken.

Begrüßt wurden die Besucher von Günter Utz im Namen des Kulturkreises Gersthofen sowie in Vertretung der Bürgermeister vom ehrenamtlichen Kulturreferenten Herbert Lenz, gefolgt von den Schauspielern des Improvisationstheaters " DeSchaWü ".
Die Ursprünge dieser Form des Theaters reichen bis ins antike Griechenland - Szenen und Dialoge ohne jede konkretere inhaltliche und dramaturgische Vorbereitung in Zusammenarbeit mit dem Publikum.
Diese Voraussetzung kann zur besonderen Herausforderung werden, wenn z.B. die gewünschte "neue Kunstrichtung" mit dem Publikumseinwurf "Ameise" spontan entwickelt werden soll...
Was letztlich zählt, ist das " Wie " und weniger das " Was " und auch wenn der berühmte "Funke" nicht immer übersprang - die Darsteller zeigten ihre Freude und Begeisterung für diese Art des Theaters und das Publikum selbst bekam eine Vorstellung vom Mut, den diese spontane Arbeitsweise erfordert.
Den Mut, sich einzulassen auf ein weitgehend unvorherzusehendes Zusammenspiel!

Viel Freude für die Besucher der Ausstellung , die bis zum 30. März 2017 zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses geöffnet sein wird und für die beteiligten Künstler viel Erfolg.
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