Von Gefahren und Chancen

Musikschulleiter Robert Kraus, Vorsitzender Armin Gaurieder und Schatzmeisterin Maria Vogel (von rechts) gratulierten unter anderem Heinz Abele und Ralf Camminadi (von links) zur ihrer langjährigen Treue zur Sing- und Musikschule Gersthofen. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Die Sing- und Musikschule Gersthofen ist aus dem kulturellen Leben der Ballonstadt nicht mehr wegzudenken. Das bewies die Einrichtung einmal mehr bei ihrer Jahreshauptversammlung. Dort berichtete Musikschulleiter Robert Kraus über unzählige Auftritte der Ensembles der Musikschule vor Ort und Kooperationen mit Schulen und Vereinen. „Das alles macht nach außen hin sicht- und hörbar, dass wir Musik leben“, meinte dann auch Vorsitzender Armin Gaurieder.

In seinem Bericht erinnerte er an einige Höhepunkte im abgelaufenen Vereinsjahr. So an das aufgeführte Musical „Leben im All“. „Über 270 Akteure der Musikschule vor und hinter der Bühne waren da am Start“, so Gaurieder stolz. Bei dieser rockigen Reise durch die Galaxie hätten die Musikschüler viel an Motivation, Disziplin, Pflichtbewusstsein und Teamwork gelernt.
Weiter riss der Vorsitzende das 20-jährige Bestehen des Musikschulgebäudes an der Quellenstraße an. Zum Festakt in den Strasser-Bürgersaal seien viele Freunde und Förderer der Musikschule, aber auch Politprominenz gekommen, betonte er. „Wir sind froh und dankbar, dass wir unseren qualifizierten Unterricht in diesem Gebäude erteilen dürfen, auch wenn es schon etwas zu klein geworden ist.“
Sehr gut angenommen worden sei der neue Unterricht mit der sogenannten Veeh-Harfe. „Mit diesem Instrument kann man in kürzester Zeit, auch ohne Notenkenntnisse, spielen“, verdeutlichte Gaurieder. Dank stattete er den Gersthofer Hobbykünstlern aus. Diese hätten den Tombola-Erlös einer Ausstellung im Rathaus dem „Musikschulprojekt Veeh-Harfe“ gespendet.

Gut aufgestellt

Musikschulleiter Robert Kraus machte neben den zahlreichen Aktivitäten der Formationen, Orchester und Chöre auf Themen wie Inklusion und Kooperation aufmerksam. „Beim gleichberechtigten und selbstbestimmten Miteinander verschiedener Menschen sind wir vor allem an der Franziskus-Förderschule und im Seniorenzentrum sehr gut aufgestellt“, betonte Kraus.
Weiter thematisierte er die Ganztagesschulen. Hier sah er für die Sing- und Musikschule Perspektiven und Chancen für die Bildungsarbeit, aber auch Gefahren. „Es werden von Jahr zu Jahr weniger Kinder und Jugendliche Zeit haben, nachmittags zur Musikschule und zum Instrumentalunterricht zu kommen“, meinte Kraus. Dann müsse die Musikschule eben zu den Schülern gehen. Die Musikschule habe bereits Kooperationen mit dem Paul-Klee-Gymnasium, der Mittelschule, der Internationalen Schule Augsburg und Horteinrichtungen. Einfacher werde es dadurch nicht, so der Musikschulleiter. „Die staatlichen Zuschüsse werden wohl künftig geringer ausfallen, auch bedingt durch den großen Flüchtlingszustrom.“

2017 wieder ein Musical

Kraus hielt auch Ausblick. Darunter falle ebenso das von Steffi Saule initiierte Seniorenensemble „Spätlese“ wie der Plan, mit allen Gersthofer Chören eine gemeinsame Veranstaltung unter dem Motto „Singende Stadt“ auf die Beine zu stellen. 2017 sei wieder die Aufführung eines Musicals geplant.
Schatzmeisterin Maria Vogel gewährte Einblick in die Finanzen der Musikschule, die an ein mittleres Unternehmen erinnern. Die Einnahmen bezifferte sie auf rund 701.500 Euro. Ähnlich hoch seien die Ausgaben gewesen, betonte sie. Dass die Schule aber gut gewirtschaftet hat, unterstrich sie mit dem Hinweis, dass eine Rücklage in Höhe von 15.000 Euro für den Kauf von Instrumenten gemacht werden konnte.

Ehrennadeln für Langjährige

Auf der Tagesordnung der Hauptversammlung stand auch die Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder: Sylvester Wiedemann, Wolfgang und Elke Polster (für jeweils 40 Jahre) sowie Rolf Camminadi, Heinz Abele, Günter Kloss und Brigitte Schwegler (für jeweils 25 Jahre).

Von Siegfried P. Rupprecht
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