Wird das Paul-Klee-Gymnasium nun doch vollständig neu gebaut?

SCHULE / Nächste Woche entscheidet sich, ob ein Neubau des Paul-Klee-Gymnasiums infrage kommt. Fest steht: Das G9 wird wieder eingeführt.

Gersthofen. Ob es im jahrelangen Tauziehen um eine Sanierung oder aber einen kompletten Neubau des Paul-Klee-Gymnasiums noch eine Wende gibt, entscheidet nächste Woche der Planungsausschuss der Stadt Gersthofen. Dazu Verwaltungsdirektor Michael Püschel vom Landratsamt Augsburg: "Dann wird diskutiert, ob die Stadt dem Landkreis doch ein Grundstück für eine Neuerrichtung zur Verfügung stellt. Im Gegenzug erhielte die Stadt dafür das Areal, auf dem das derzeitige Gymnasium steht." Dieses würde dann abgerissen und der Platz für eine Erweiterung der Mittelschule genutzt, so der Jurist. Bisher wurde ein Neubau kategorisch ausgeschlossen, vor allem, weil es kein Grundstück im Besitz Gersthofens gab, das aus Sicht der Stadträte dafür infrage gekommen wäre. Der Festplatz, so bislang die Argumentation, müsse für die Kirchweih frei gehalten werden.
Neben Schulleiter Peter Krauß dürfte auch Reinhold Dempf, der Vorsitzende der „Freien Wähler“, begeistert davon sein, dass die vom Bauausschuss des Kreistags bereits beschlossene Sanierung doch noch verhindert werden könnte. In der Stadtratssitzung am vergangenen Mittwoch hatte Dempf erklärt, die derzeit geltende Lösung sei „zu kurz gedacht – vor allen Dingen angesichts aktuell steigender Bevölkerungszahlen und dem Zustrom von Flüchtlingen.“ Dempf spricht von „26.000 bis 30.000 neuen Einwohnern“ und weist darauf hin, dass etwa auch Gablingen, Meitingen und Thierhaupten zum Einzugsgebiet des Paul-Klee-Gymnasiums zählten. Das bereits vorhandene Gebäude könne während Bauphase weiter genutzt werden, unterstrich der „FW“-Ortsvorsitzende. Ein Neubau bedeute mit rund 60 Millionen Euro zudem nicht wesentlich mehr Kosten als der für die Runderneuerung veranschlagte Betrag.
Falls jedoch die bisherige Entscheidung bestehen bleibt, so behält die Schule ihren angestammten Platz. Dazu Kerstin Zoch vom Augsburger Landratsamt: „Dann wird im Herbst ein entsprechender Förderantrag gestellt.“ Ab 2019 ziehen in diesem Fall mehr als 900 Schüler mit ihren Lehrern für drei Jahre in eine Behelfsschule auf dem Volksfestplatz. Schulleiter Kraus zeigte sich mit diesem Kompromiss schließlich einverstanden, nachdem die Bürgermeister von Gersthofen und Neusäß sowie Landrat Martin Sailer grünes Licht dafür gegeben hatten, dass neben den Containern ein beheizbares Zelt als Pausenhalle errichtet wird. Außerdem erhielt Krauß die Bestätigung, dass Schulaufführungen während der Übergangszeit in der Stadthalle erfolgen dürfen.
„Dass unser Gymnasium sanierungsbedürftig ist, war in der jahrelangen Diskussion nie ein Streitpunkt“, so der Oberstudiendirektor. Bis 2021 soll nach dem derzeit gültigen Konzept ein dreistöckiger Erweiterungsbau mit 30 Klassenzimmern entstehen. Das bisherige Hauptgebäude würde vollständig renoviert. Die Kosten für die Aufstockung der Schulfläche um 2000 auf dann über 7000 Quadratmeter werden derzeit mit 44,5 Millionen Euro veranschlagt. Bezüglich der Behelfs-Container wird mit zusätzlichen 7,5 Millionen Euro kalkuliert.
Die bereits vorhandenen Räume sind auf jeden Fall zu klein - vor allem, nachdem die Rückkehr vom aktuell achtjährigen Gymnasium (G8) zum neunjährigen Gymnasium (G9) ab 2018/19 beschlossene Sache ist. Tatsächlich wohl schon ab dem nächsten Schuljahr bleibt den bayerischen Schülern dadurch mehr Zeit, um sich auf ihren Abschluss vorzubereiten. So richtig glücklich ist Schulleiter Peter Krauß nicht über das Comeback des „langen“ Gymnasiums: „Wir Lehrer hatten uns mittlerweile an die kurze Variante gewöhnt“, erklärt der Pädagoge. Nun gelte es, sich nach und nach auf geänderte Lehrpläne einzustellen. Weit positiver äußern sich hingegen die künftigen Abiturienten dazu. So sind etwa die Jugendlichen aus den Jahrgangsstufen 8 und 11 durchgehend erleichtert über die Umstellung. Diese bedeute für sie ein Plus an Lernzeit sowie weniger Nachmittagsunterricht, heißt es einhellig.
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