Zwölfjährige Nele hat zum zweiten Mal Blutkrebs: Große Hilfsaktion am 3. Juli

Unter dem Motto „Nele will leben!“ appellieren die Initiatoren an die Menschen in der Region, an der DKMS-Registrierungsaktion in Gersthofen teilzunehmen. Foto: Siegfried P. Rupprecht
 
Unterstützen die „Aktion Nele“: (von links) Michael Wörle, Martin Sailer, Andreas Unger, Sandra Hofmeister, Andrea Autenrieth, Handballerinnen des TSV Haunstetten und Robert Windt. Foto: Siegfried P. Rupprecht

"Nele will leben!“, steht auf dem Plakat. Darunter lächelt dem Betrachter ein sympathisches Mädchen entgegen. Was vielleicht reißerisch wirkt, hat allerdings einen tragischen Hintergrund. Die zwölfjährige Nele aus Langweid leidet an Blutkrebs und braucht schnellstens Hilfe. Eine Stammzellenspende ist ihre einzige Chance zum Leben. Dazu findet am Sonntag, 3. Juli, von 11 bis 16 Uhr in der Turnhalle des Paul-Klee-Gymnasiums in Gersthofen, Schubertstraße 57, eine Aktion zur Gewinnung neuer potenzieller Stammzellenspender statt.

Die Aktion sei deshalb so wichtig, weil für Nele bislang weltweit kein passender Spender gefunden wurde, so Andrea Autenrieth von der DKMS, einer gemeinnützigen Organisation, die es auf ihre Fahnen geschrieben hat, den Blutkrebs zu besiegen. „Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann helfen“, verdeutlicht sie und appelliert, an der Registrierungsaktion in Gersthofen teilzunehmen.

Einen geeigneten Stammzellenspender für einen Patienten zu finden, sei unglaublich schwer, gesteht sie. Zugleich macht Andrea Authenried aber auch Hoffnung: „1,5 Prozent haben eine Chance auf einen Stammzellenspender.“

Diagnose Blutkrebs


Nele ist lebenslustig. Die Fröhlichkeit blitzt ihr aus den Augen. Das im Februar 2004 geborene Mädchen wächst in Gersthofen auf, besucht dort die Grundschule. Dann zieht die Familie um in den Langweider Ortsteil Stettenhofen. „Nele ist unheimlich quirlig und aktiv, ein aufgewecktes Kind“, so ihr Stiefvater Andreas Unger.
Vor zwei Jahren dann der Schicksalsschlag: „Nele wurde immer schwächer. Es war ein langsamer, ein schleichender Prozess“, erzählt er. Im Januar 2012 die ärztliche Diagnose: Blutkrebs.

Nele fängt mit einer intensiven Chemotherapie an. Sie setzt dem Mädchen körperlich stark zu. „Es waren zwölf harte Monate“, erzählt ihr Stiefvater. „Unser komplettes soziale Leben kam zum erliegen.“ Plötzlich sei nur noch das Wesentliche wichtig gewesen, nichts anderes mehr.

Nach einem Jahr kehrt Nele langsam, Schritt für Schritt, in den Alltag zurück. So fühlt sich fitter und trifft sich wieder mit Freunden. Auch die Fröhlichkeit gewinnt wieder Oberhand.

Krebszellen kehren zurück


Im April stellt sich heraus, dass Neles Mutter schwanger ist. Riesengroße Freude! Ein paar Tage später aber das Leid: Bei einer Routineuntersuchung wird festgestellt, dass bei Nele die Krebszellen zurückgekehrt sind. „Für uns brach eine Welt zusammen“, gesteht ihr Stiefvater. „Nele kann dieses Mal nur überleben, wenn es einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellenspende bereit ist.“
Seit Anfang Mai ist Nele wieder im Krankenhaus. Mittlerweile ist ihr Immunsystem sehr schwach. Ihre Ärzte möchten nach Möglichkeit die Stammzellentransplantation bereits Ende August durchführen.

Deshalb sei es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen bei der Aktion in Gersthofen als potenzielle Stammzellenspender registrieren lassen. Denn nur dann können Lebensretter gefunden werden“, verdeutlicht Robert Windt. Er ist Mitglied der Initiativgruppe, die gemeinsam mit der DKMS die Aktion in Gersthofen organisiert.

Einfach und schnell


Die Registrierung gehe einfach und schnell, macht DKMS-Mitarbeiterin Andrea Autenrieht aufmerksam. „Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, damit dessen Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können.“

Neles Schicksal hat auch die regionale Polit- und Sportprominenz berührt. So übernimmt Landrat Martin Sailer die Schirmherrschaft der Registrierungsaktion. Unterstützung findet sie unter anderem durch die Profiboxerin Tina Schüßler und die Handballerinnen des TSV Haunstetten. Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle setzt das Know-how der Stadt ein, stellt für die Aktionsteilnehmer in den Stadteilen einen kostenlosen Shuttle-Bus zum Gymnasium zur Verfügung und fordert schriftlich alle Mitglieder der rund 120 örtlichen Vereine und Organisationen auf, bei der Registrierung mitzumachen. Zudem sein Appell an alle Bürger: „Helfen Sie, damit Nele einen Spender findet und wieder gesund wird!“

Von Siegfried P. Rupprecht
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.