Altes Pfarrhaus ist Favorit

Die Stadt Gersthofen fehlen bald wieder Kindergartenplätze, unter anderem auch dadurch, weil Kinder ab dem Monat ihres dritten Geburtstag gesetzlich Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Nach der Bekanntgabe der aktuellen und zu erwartenden Zahlen zur Belegung der Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze (wir berichteten) läuten bei der Stadt Gersthofen wieder die Alarmglocken. Das Zahlenwerk zeigt nämlich auf: Bald fehlen wieder rund 70 Kindergartenplätze.

Im Zeitraum Januar bis Mai 2017 werden nach den aktuellen Zahlen 85 Kinder drei Jahre alt. Diese Kinder haben einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem Monat, in dem sie drei Jahre alt werden. Allein deshalb werden zusätzliche Kindergartengruppen benötigt.
Auf diese Situation hat nun der Bauausschuss reagiert. In seiner letzten Sitzung beauftragte das Gremium die Verwaltung, die Kosten für eine Reihe von Varianten zu ermitteln, um neue Kindergartengruppen zu errichten. Die Entscheidung dafür fiel einstimmig.

Zahlreiche Optionen

Eine Variante stellt das alte Pfarrhaus an der Johannesstraße dar. Neue Gruppen könnten dort an den bereits in der Nachbarschaft bestehenden Kindergarten St. Elisabeth angegliedert werden.
Die grundsätzliche Machbarkeit sei bereits mit der Fachaufsicht im Landratsamt abgestimmt worden, so das Bauamt. Durch einen Termin vor Ort wurde festgestellt, dass sich das Pfarrhaus für Kindergartengruppen gut eignen würde. Wie viele Plätze hier geschaffen werden können, muss baulich allerdings noch geprüft werden.
Eine Option bietet auch die Kindervilla Tiefenbacher an der Ziegeleistraße. Sie wurde von der Tiefenbacher-Stiftung errichtet und von der Stadt Gersthofen angemietet. Die Einrichtung besteht aus zwei Krippengruppen mit je 15 Plätzen. Der Betreiber hat sein grundsätzliches Interesse an einer Erweiterung signalisiert. Somit könnten auch dort zusätzliche Gruppen angegliedert werden.
Eine weitere Möglichkeit bietet die Erweiterung des Kinderhauses am Ballonstartplatz. Der Vorteil hier: die geplanten Neubaugebiete in der Adalbert-Stifter-Siedlung und nördlich der Thyssenstraße. Damit könnte man eine wohnortnahe Betreuung anbieten.
Im Gespräch ist auch der Kindergarten St. Hedwig an der Böhmerwaldstraße. Dort stehen Baumaßnahmen im Rahmen einer Erweiterung der Toilettenanlagen an. In diesem Zusammenhang könnte die Einrichtung möglicherweise erweitert werden.

Vorteil: flächendeckendes Angebot

Das Bauamt sieht bei der Möglichkeit, die notwendigen Kindergartengruppen auf die vorgeschlagenen Standorte aufzuteilen, auch ein besondere Plusl: Die Betreuung könnte damit flächendeckender angeboten werden.
Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang ist ein Antrag der Freien Wähler. Dieser beinhaltet die Ermittlung der Kosten im Falle eines Umzugs des Kindergartens „Blumenwiese“ in das bisherige Pfarrhaus an der Johannesstraße sowie die Überprüfung, ob sich der Kindergarten auch als Jugendzentrum eignen würde (wir berichteten). Auch diese Varianten werden im Zuge der Kostenermittlung der neuen notwendigen Kindergartengruppen behandelt.
Zudem beschloss der Sozial- und Ordnungsausschuss, sowohl die eigenen Liegenschaften als auch Miet- und Pachtmodelle mit externen Dritten zu prüfen.

Vorschlag: noch mehr Räume

Freie Wähler und Pro Gersthofen meinten übrigens, ob es nicht sinnvoll wäre, statt Platz für nur drei Gruppen noch mehr Räumlichkeiten zu schaffen. Sie verwiesen dabei auf die Vergangenheit. Diese habe gelehrt, dass die Stadt immer Probleme mit der Unterbringung habe, hieß es. Jetzt mit dem Gesetz, dass jedes Kind mit dem dritten Geburtstag einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz hat, vielleicht umso mehr. (spr)
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