Anwohner gegen Verkehrslärm

Ziel des teilweisen Umbaus der Ortseinfahrt in Hirblingen war es, den Verkehrsfluss soweit zu „stören“, dass er sich dadurch hauptsächlich auf die neue Umgehungsstraße orientiert. Doch die Maßnahmen riefen unerwünschte Begleiterscheinungen hervor: Die Anwohner beklagen jetzt eine Minderung ihrer Lebensqualität, verursacht durch den Umbau. Nun war die Sache „Verkehrsberuhigung Gersthofer Straße“ Thema im Bauausschuss der Stadt Gersthofen.

Die negativen Einwirkungen auf die Anlieger rühren einerseits von einem ansässigen Speditionsbetrieb, andererseits von den im Jahr 2012 hergestellten Rückbauten her. Letztere sowie die Aufstellung von Verkehrsinseln gingen auf die neue Ortsumfahrung von Hirblingen und die damit verbundene Erwartung einer Verkehrsberuhigung zurück.
Bei dem teilweisen Rückbau wurde die Straße auf eine Breite von 5,50 Meter verjüngt. Einige Flächen haben jedoch eine größere Breite. An östlichster Stelle befindet sich eine Einengung, die das Befahren in jeweils nur einer Richtung zulässt. Mit dieser Maßnahme soll der Verkehrsfluss bewusst „gestört“ werden und der Autofahrer dadurch auf die neue Umgehungsstraße ausweichen.
Das angestrebte Ergebnis wurde erreicht: Verkehrszählungen belegen den prognostizierten Rückgang des Verkehrsumfangs. So wurden auf Antrag der Anlieger an der Wertinger Straße im letzten Jahr bereits die aufgestellten Verkehrsinseln wieder abgebaut.

Beschleunigen oder abbremsen

Die Krux an der Sache: Die Umbaumaßnahmen erzeugen an der Einengung auch Situationen, die den Verkehr entweder beschleunigen oder stark abbremsen, getreu nach dem Motto: „Noch schnell vor dem anderen durchfahren.“ Die Folge: Die Fahrzeuge beschleunigen dort wieder, und das unter erneuter Geräuschentwicklung.
Und hier setzt der Protest der Anwohner ein. Sie beklagen nun eine Einbuße ihrer Lebensqualität, zudem hervorgerufen durch hohe Fahrgeschwindigkeiten. Lösungsansätze sind also gefragt.
Das heißt: Wenn das Beschleunigen und Abbremsen ursächlich ist, müssen diese wieder vermieden werden. Die daraus resultierende Folge: Die Straße muss wieder einen durchgehenden Querschnitt – geeignet auch für den Lkw-Begegnungsfall – erhalten, also mit einer Breite von rund 6,5 Meter. Die Deckschicht der Straße ist deshalb zu erneuern, weil über die Unebenheiten der Straße Geräusche entstehen.
Erschwert wird die Situation dadurch, dass dieser Straßenabschnitt im Bereich einer Kanalsanierungsmaßnahme liegt. Dementsprechend müssen unterschiedliche Varianten beleuchtet werden.
So sahen es dann auch die Mitglieder des Bauausschusses. Ohne Diskussion beauftragten sie die Verwaltung, für die Gersthofer Straße Konzepte zur Verkehrslärmminderung zu erarbeiten. Das Votum dafür fiel einstimmig. (spr)
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