Architektonisches Meisterstück

Die Dreifachturnhalle der Mittelschule Gersthofen (Bild) zeigt sich optisch und architektonisch sehr ansprechend. Foto: Siegfried P. Rupprecht
 
Neue sportliche Zukunft in Gersthofen: Die Dreifachturnhalle der Mittelschule dient sowohl dem Schul- als auch dem Vereinssport. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Die neue Dreifachturnhalle der Gersthofer Mittelschule präsentiert sich als modernes Bauwerk. Sofort fallen von außen das überragende Dach und die großen Fensterflächen auf. Jetzt wurde der Neubau feierlich eingeweiht und dabei eindrucksvoll farblich angestrahlt. „Pünktlich wie die Maurer“, so Bürgermeister Michael Wörle, sei das Bauwerk fertig geworden.

Die Dreifachturnhalle mit Tribünenanlage stellt den ersten Bauabschnitt des Großprojekts Mittelschule dar. Damit sei ein Gebäude entstanden, das seines Gleichen in der Region sucht, resümierte das Stadtoberhaupt. Es sei architektonisch und handwerklich ein Meisterstück, mit hohem energetischem Standard. Stolz verwies Wörle auf die termingerechte Errichtung der Halle bei vollem Schulbetrieb.
Als die Gewinner des Vorzeigeprojekts nannte der Rathauschef die Schüler der Mittelschule und alle jene, die künftig dort Sport treiben. „Sie erhalten eine zweckmäßige wie funktionale und hochmoderne Halle für den Schul- und Vereinssport.“ Dank richtete Wörle auch an die Sportler: „Die alte Turnhalle wurde bereits in den Sommerferien abgerissen, so mussten sie mit Ausweichhallen klarkommen.“ Das habe aber gut funktioniert.
Neben der Einhaltung des Zeitplans freute sich der Bürgermeister vor allem über die Finanzlage. Nach aktueller Kostenhochrechnung beläuft sich das Projekt auf 9,1 Millionen Euro. „Und damit voraussichtlich um 400.000 Euro unter Plan“, so Wörle.

Untypische Höhe

Mit einer Größe von rund 3.100 Quadratmetern entspricht die Sporthalle den Wettbewerbsbedingungen vieler Sportarten. Damit ist der Bau um 700 Quadratmeter größer als die alte Halle. Auffallend ist neben dem gelben Boden vor allem die für solche Bauwerke untypische Höhe von neun Metern. Geschuldet ist dies der erfolgreichen Abteilung Rhythmische Sportgymnastik des TSV Gersthofen, die für Training und Wettkämpfe diese Höhe benötigt.
Ganz neue Möglichkeiten bieten sich dem Schul- und Vereinssport auch mit einer Kletterwand über neun Meter.
Optisch präsentierten sich die einzelnen Hallen, ebenso wie die für 250 Zuschauer ausgerichtete Zuschauertribüne, mit einem eigenen Farbton in Rot, Orange und Gelb. Da das Bauwerk künftig auch als Versammlungsstätte dient, besitzt es eine Reihe von Extras, so einen Regieraum zur Steuerung aller technischer Belange, Hörschleifen im Boden für Hörgeschädigte, eine Multifunktionsanzeige für Wettkämpfe und ein spezielles Akustikmaterial in der Dachkonstruktion, um störenden Hall zu verringern.
Zudem verfügt die Dreifachturnhalle im Foyer über Bewirtungsmöglichkeiten. So können problemlos auch größere Veranstaltungen ausgetragen werden.
Wesentliche Bestandteile der technischen Ausrüstung für das Gesamtprojekt seien bereits in der Turnhalle installiert und kostenmäßig enthalten, informierten Architekt Stefan Behnisch und Projektleiter Thomas Weitzel. Im Einzelnen: die Wärmeversorgung der gesamten Schule, bestehend aus zwei Gaskesseln und Wärmepumpe nebst Hausanschlüssen sowie die Elektroinstallation für den Hausanschluss mit Hauptverteilung und neuem Transformator.

Unter dem geplanten Budget

Die Halle ist erst der Auftakt des Gesamtprojekts Mittelschule. Im Sommer hat mit dem Abriss der Turnhalle der Bau des Schulgebäudes begonnen. Dieses wird aktuell mit über 23 Millionen Euro mehr als doppelt so kostenintensiv als der erste Bauschritt. Aber auch hier gab sich Bürgermeister Michael Wörle optimistisch: „Wir sind im Zeitplan und bei erfolgten Auftragsvergaben von fast zehn Millionen Euro liegen wir auch hier unter dem geplanten Budget.“
Aktuell sind dort die Rohbauarbeiten im Kellergeschoss in vollem Gange.
Mit dem Großprojekt Mittelschule setzt die Stadt ein wichtiges Zeichen für die Bildung. Das jetzige Schulgebäude und die schon abgerissene alte Turnhalle wurden 1973 in Betrieb genommen. Sie entsprachen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der anfängliche Sanierungswille wurde schnell aufgegeben nachdem feststand, dass ein Neubau nicht wesentlich teurer kommen würde. Dies und die dann immer noch hohen Energiekosten der alten Schule erleichterten dem Stadtrat die Entscheidung für eine Neuprojektierung.
Die Stadt lobte deshalb im Frühjahr 2012 einen Architektenwettbewerb aus. Den hat das Münchner Architektenbüro Behnisch für sich entschieden.
Das Schulgebäude soll im Herbst 2017 fertiggestellt sein, die kompletten Freianlagen bis spätestens Juli 2018. Das Gesamtprojekt stellt die teuerste Baumaßnahme in der Geschichte der Stadt Gersthofen dar.

Von Siegfried P. Rupprecht
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