Bürgerbegehren zur Gersthofer Strasser-Villa kommt

Die Strasser-Villa im abendlichen Flair, um sie streiten sich Bürger, Stadtrat und Investor bereits seit Jahren. Abriss oder Erhalt ist das Thema, das nun endgültig mittels eines Bürgerbegehrens im Februar 2017 geklärt werden soll. Foto: Ulrike Hauke


Mit zufriedenen Gesichtern verließen Siegfried Deffner und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative (BI) "Werte erhalten, Neues gestalten" den Sitzungssaal im Gersthofer Rathaus. Minuten zuvor hatten die Stadträte dem Vorschlag der Verwaltung unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Wörle zugestimmt, ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Strasser-Villa zuzulassen. Es seien nach eingehender Prüfung durch einen Rechtsanwalt alle rechtlichen Voraussetzungen hierfür gegeben. Der Termin wurde auf den Sonntag, 12. Februar 2017, festgelegt. Investor Peter Pletschacher war bei der Stadtratssitzung nicht anwesend.

"Der Stadtrat musste unserem Antrag zustimmen, denn trotz akribischer Suche konnte darin kein Fehler oder eine Rechtswidrigkeit festgestellt werden", so Deffner mit Überzeugung in einem anschließenden Gespräch mit der StadtZeitung. Man habe innerhalb kurzer Zeit eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit geleistet, die man jetzt in den kommenden Wochen verstärken wolle. "Wir müssen noch besprechen, wie wir durch Plakatierung und weitere Medien an die Bürger herankommen, um über unsere Ziele und Gründe zum Erhalt der Strasser-Villa aufzuklären."

Zum Beispiel wussten viele Gersthofer wenig bis nichts über die historischen Verbindungen der Villa mit der gegenüberliegenden Strasser-Wirtschaft. Auf die Kosten der Aktionen in der Vergangenheit und in der Zukunft angesprochen, sagte Deffner: "Wir sind ein harter Kern von circa zehn Leuten und die haben das bisher alles übernommen." Die BI lege keinen Wert auf weitere Sponsoren, "damit bewahren wir uns unsere Unabhängigkeit und müssen uns nicht nachsagen lassen, es stünden gar wirtschaftliche Interessen hinter unserem Tun."

Während der Stadtratssitzung folgten die Räte einem weiteren Vorschlag der Verwaltung, den die städtische Juristin Julia Stache, Sachgebietsleiterin Recht, vorgetragen hat: "Wir schlagen die Kombination 'Briefabstimmung für alle ohne Antrag' vor." Das bedeute, dass jeder Wahlberechtigte per Post einen Abstimmungsschein sowie Briefwahlunterlagen erhalte. Dieses Vorgehen sichere nach den vorliegenden Erfahrungen eine höhere Wahlbeteiligung. Grundsätzlich könne damit das erforderliche Abstimmungsquorum für eine Mehrheitsentscheidung von mindestens 20 Prozent der Stimmberechtigten leichter erreicht werden, so Stache. In Gersthofen bedeutet dies, dass sich mindestens etwa 3354 Personen für oder gegen den Erhalt der Villa aussprechen müssten.

Alle Wortmeldungen der Stadträte befürworteten die Bürgerbeteiligung dem Grundsatz nach, dennoch hieß es aus den Reihen der W.I.R. kurz vor der Abstimmung, dass nach dem Bürgerentscheid dann doch wieder der Stadtrat das Zepter übernehmen müsse. (Ulrike Hauke )
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